16473]Spr 1,1 Dies sind die Sprüche Salomos, des Königs in Israel, des Sohnes Davids,

16474]Spr 1,2 zu lernen Weisheit und Zucht, Verstand


16475]Spr 1,3 Klugheit, Gerechtigkeit, Recht und Schlecht;

16476]Spr 1,4 daß die Unverständigen klug und die Jünglinge vernünftig und vorsichtig werden.

16477]Spr 1,5 Wer weise ist der hört zu und bessert sich; wer verständig ist, der läßt sich raten,

16478]Spr 1,6 daß er verstehe die Sprüche und ihre Deutung, die Lehre der Weisen und ihre Beispiele.

16479]Spr 1,7 Des HERRN Furcht ist Anfang der Erkenntnis. Die Ruchlosen verachten Weisheit und Zucht.


16480]Spr 1,8 Mein Kind, gehorche der Zucht deines Vaters und verlaß nicht das Gebot deiner Mutter.

16481]Spr 1,9 Denn solches ist ein schöner Schmuck deinem Haupt und eine Kette an deinem Hals.

16482]Spr 1,10 Mein Kind, wenn dich die bösen Buben locken, so folge nicht.

16483]Spr 1,11 Wenn sie sagen "Gehe mit uns! wir wollen auf Blut lauern und den Unschuldigen ohne Ursache nachstellen;


16484]Spr 1,12 wir wollen sie lebendig verschlingen wie die Hölle und die Frommen wie die, so hinunter in die Grube fahren;

16485]Spr 1,13 wir wollen großes Gut finden; wir wollen unsre Häuser mit Raub füllen;

16486]Spr 1,14 wage es mit uns! es soll unser aller ein Beutel sein":


16487]Spr 1,15 mein Kind, wandle den Weg nicht mit ihnen; wehre deinem Fuß vor ihrem Pfad.

16488]Spr 1,16 Denn ihr Füße laufen zum Bösen und eilen, Blut zu vergießen.

16489]Spr 1,17 Denn es ist vergeblich, das Netz auswerfen vor den Augen der Vögel.

16490]Spr 1,18 Sie aber lauern auf ihr eigen Blut und stellen sich selbst nach dem Leben.


16491]Spr 1,19 Also geht es allen, die nach Gewinn geizen, daß ihr Geiz ihnen das Leben nimmt.

16492]Spr 1,20 Die Weisheit klagt draußen und läßt sich hören auf den Gassen;

16493]Spr 1,21 sie ruft in dem Eingang des Tores, vorn unter dem Volk; sie redet ihre Worte in der Stadt:


16494]Spr 1,22 Wie lange wollt ihr Unverständigen unverständig sein und die Spötter Lust zu Spötterei und die Ruchlosen die Lehre hassen?

16495]Spr 1,23 Kehret euch zu meiner Strafe. Siehe, ich will euch heraussagen meinen Geist und euch meine Worte kundtun.


16496]Spr 1,24 Weil ich denn rufe, und ihr weigert euch, ich recke meine Hand aus, und niemand achtet darauf,

16497]Spr 1,25 und laßt fahren allen meinen Rat und wollt meine Strafe nicht:

16498]Spr 1,26 so will ich auch lachen in eurem Unglück und eurer spotten, wenn da kommt, was ihr fürchtet,

16499]Spr 1,27 wenn über euch kommt wie ein Sturm, was ihr fürchtet, und euer Unglück als ein Wetter, wenn über euch Angst und Not kommt.

16500]Spr 1,28 Dann werden sie nach mir rufen, aber ich werde nicht antworten; sie werden mich suchen, und nicht finden.


16501]Spr 1,29 Darum, daß sie haßten die Lehre und wollten des HERRN Furcht nicht haben,

16502]Spr 1,30 wollten meinen Rat nicht und lästerten alle meine Strafe:

16503]Spr 1,31 so sollen sie essen von den Früchten ihres Wesens und ihres Rats satt werden.

16504]Spr 1,32 Was die Unverständigen gelüstet, tötet sie, und der Ruchlosen Glück bringt sie um.

16505]Spr 1,33 Wer aber mir gehorcht, wird sicher bleiben und genug haben und kein Unglück fürchten.

16506]Spr 2,1 Mein Kind, so du willst meine Rede annehmen und meine Gebote bei dir behalten,


16507]Spr 2,2 daß dein Ohr auf Weisheit achthat und du dein Herz mit Fleiß dazu neigest;

16508]Spr 2,3 ja, so du mit Fleiß darnach rufest und darum betest;

16509]Spr 2,4 so du sie suchest wie Silber und nach ihr froschest wie nach Schätzen:

16510]Spr 2,5 alsdann wirst du die Furcht des HERRN verstehen und Gottes Erkenntnis finden.


16511]Spr 2,6 Denn der HERR gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Verstand.

16512]Spr 2,7 Er läßt's den Aufrichtigen gelingen und beschirmt die Frommen

16513]Spr 2,8 und behütet die, so recht tun, und bewahrt den Weg seiner Heiligen.

16514]Spr 2,9 Alsdann wirst du verstehen Gerechtigkeit und Recht und Frömmigkeit und allen guten Weg.

16515]Spr 2,10 Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, daß du gerne lernst;

16516]Spr 2,11 guter Rat wird dich bewahren, und Verstand wird dich behüten,

16517]Spr 2,12 daß du nicht geratest auf den Weg der Bösen noch unter die verkehrten Schwätzer,

16518]Spr 2,13 die da verlassen die rechte Bahn und gehen finstere Wege,


16519]Spr 2,14 die sich freuen, Böses zu tun, und sind fröhlich in ihrem bösen, verkehrten Wesen,

16520]Spr 2,15 welche ihren Weg verkehren und folgen ihrem Abwege;


16521]Spr 2,16 daß du nicht geratest an eines andern Weib, an eine Fremde, die glatte Worte gibt

16522]Spr 2,17 und verläßt den Freund ihrer Jugend und vergißt den Bund ihres Gottes

16523]Spr 2,18 (denn ihr Haus neigt sich zum Tod und ihre Gänge zu den Verlorenen;

16524]Spr 2,19 alle, die zu ihr eingehen, kommen nicht wieder und ergreifen den Weg des Lebens nicht);


16525]Spr 2,20 auf daß du wandelst auf gutem Wege und bleibst auf der rechten Bahn.

16526]Spr 2,21 Denn die Gerechten werden im Lande wohnen, und die Frommen werden darin bleiben;


16527]Spr 2,22 aber die Gottlosen werden aus dem Lande ausgerottet, und die Verächter werden daraus vertilgt.

16528]Spr 3,1 Mein Kind, vergiß meines Gesetzes nicht, und dein Herz behalte meine Gebote.

16529]Spr 3,2 Denn sie werden dir langes Leben und gute Jahre und Frieden bringen;


16530]Spr 3,3 Gnade und Treue werden dich nicht lassen. Hänge sie an deinen Hals und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens,

16531]Spr 3,4 so wirst du Gunst und Klugheit finden, die Gott und Menschen gefällt.

16532]Spr 3,5 Verlaß dich auf den HERRN von ganzem Herzen und verlaß dich nicht auf deinen Verstand;

16533]Spr 3,6 sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.

16534]Spr 3,7 Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den HERRN und weiche vom Bösen.

16535]Spr 3,8 Das wird deinem Leibe gesund sein und deine Gebeine erquicken.


16536]Spr 3,9 Ehre den HERRN von deinem Gut und von den Erstlingen all deines Einkommens,

16537]Spr 3,10 so werden deine Scheunen voll werden und deine Kelter mit Most übergehen.

16538]Spr 3,11 Mein Kind, verwirf die Zucht des HERRN nicht und sei nicht ungeduldig über seine Strafe.

16539]Spr 3,12 Denn welchen der HERR liebt, den straft er, und hat doch Wohlgefallen an ihm wie ein Vater am Sohn.


16540]Spr 3,13 Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, und dem Menschen, der Verstand bekommt!

16541]Spr 3,14 Denn es ist besser, sie zu erwerben, als Silber; denn ihr Ertrag ist besser als Gold.


16542]Spr 3,15 Sie ist edler denn Perlen; und alles, was du wünschen magst, ist ihr nicht zu vergleichen.

16543]Spr 3,16 Langes Leben ist zu ihrer rechten Hand; zu ihrer Linken ist Reichtum und Ehre.


16544]Spr 3,17 Ihre Wege sind liebliche Wege, und alle ihre Steige sind Friede.

16545]Spr 3,18 Sie ist ein Baum des Lebens allen, die sie ergreifen; und selig sind, die sie halten.


16546]Spr 3,19 Denn der HERR hat die Erde durch Weisheit gegründet und durch seinen Rat die Himmel bereitet.

16547]Spr 3,20 Durch seine Weisheit sind die Tiefen zerteilt und die Wolken mit Tau triefend gemacht.


16548]Spr 3,21 Mein Kind, laß sie nicht von deinen Augen weichen, so wirst du glückselig und klug werden.

16549]Spr 3,22 Das wird deiner Seele Leben sein und ein Schmuck deinem Halse.


16550]Spr 3,23 Dann wirst du sicher wandeln auf deinem Wege, daß dein Fuß sich nicht stoßen wird.

16551]Spr 3,24 Legst du dich, so wirst du dich nicht fürchten, sondern süß schlafen,

16552]Spr 3,25 daß du dich nicht fürchten darfst vor plötzlichem Schrecken noch vor dem Sturm der Gottlosen, wenn er kommt.

16553]Spr 3,26 Denn der HERR ist dein Trotz; der behütet deinen Fuß, daß er nicht gefangen werde.

16554]Spr 3,27 Weigere dich nicht, dem Dürftigen Gutes zu tun, so deine Hand von Gott hat, solches zu tun.

16555]Spr 3,28 Sprich nicht zu deinem Nächsten "Geh hin und komm wieder; morgen will ich dir geben", so du es wohl hast.

16556]Spr 3,29 Trachte nicht Böses wider deinen Nächsten, der auf Treue bei dir wohnt.

16557]Spr 3,30 Hadere nicht mit jemand ohne Ursache, so er dir kein Leid getan hat.


16558]Spr 3,31 Eifere nicht einem Frevler nach und erwähle seiner Wege keinen;

16559]Spr 3,32 denn der HERR hat Greuel an dem Abtrünnigen, und sein Geheimnis ist bei den Frommen.

16560]Spr 3,33 Im Hause des Gottlosen ist der Fluch des HERRN; aber das Haus der Gerechten wird gesegnet.


16561]Spr 3,34 Er wird der Spötter spotten; aber den Elenden wird er Gnade geben.

16562]Spr 3,35 Die Weisen werden Ehre erben; aber wenn die Narren hochkommen, werden sie doch zu Schanden.


16563]Spr 4,1 Höret, meine Kinder, die Zucht eures Vaters; merket auf, daß ihr lernt und klug werdet!

16564]Spr 4,2 Denn ich gebe euch eine gute Lehre; verlaßt mein Gesetz nicht.

16565]Spr 4,3 Denn ich war meines Vaters Sohn, ein zarter und ein einziger vor meiner Mutter.


16566]Spr 4,4 Und er lehrte mich und sprach Laß dein Herz meine Worte aufnehmen; halte meine Gebote, so wirst du leben.

16567]Spr 4,5 Nimm an Weisheit, nimm an Verstand; vergiß nicht und weiche nicht von der Rede meines Mundes.

16568]Spr 4,6 Verlaß sie nicht, so wird sie dich bewahren; liebe sie, so wird sie dich behüten.

16569]Spr 4,7 Denn der Weisheit Anfang ist, wenn man sie gerne hört und die Klugheit lieber hat als alle Güter.

16570]Spr 4,8 Achte sie hoch, so wird sie dich erhöhen, und wird dich zu Ehren bringen, wo du sie herzest.

16571]Spr 4,9 Sie wird dein Haupt schön schmücken und wird dich zieren mit einer prächtigen Krone.

16572]Spr 4,10 So höre, mein Kind, und nimm an meine Rede, so werden deiner Jahre viel werden.

16573]Spr 4,11 Ich will dich den Weg der Weisheit führen; ich will dich auf rechter Bahn leiten,

16574]Spr 4,12 daß, wenn du gehst, dein Gang dir nicht sauer werde, und wenn du läufst, daß du nicht anstoßest.

16575]Spr 4,13 Fasse die Zucht, laß nicht davon; bewahre sie, denn sie ist dein Leben.

16576]Spr 4,14 Komm nicht auf der Gottlosen Pfad und tritt nicht auf den Weg der Bösen.

16577]Spr 4,15 Laß ihn fahren und gehe nicht darin; weiche von ihm und gehe vorüber.

16578]Spr 4,16 Denn sie schlafen nicht, sie haben denn Übel getan; und ruhen nicht, sie haben den Schaden getan.

16579]Spr 4,17 Denn sie nähren sich von gottlosem Brot und trinken vom Wein des Frevels.

16580]Spr 4,18 Aber der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht, das immer heller leuchtet bis auf den vollen Tag.

16581]Spr 4,19 Der Gottlosen Weg aber ist wie Dunkel; sie wissen nicht, wo sie fallen werden.


16582]Spr 4,20 Mein Sohn, merke auf meine Worte und neige dein Ohr zu meiner Rede.

16583]Spr 4,21 Laß sie nicht von deinen Augen fahren, behalte sie in deinem Herzen.

16584]Spr 4,22 Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und gesund ihrem ganzen Leibe.


16585]Spr 4,23 Behüte dein Herz mit allem Fleiß; denn daraus geht das Leben.

16586]Spr 4,24 Tue von dir den verkehrten Mund und laß das Lästermaul ferne von dir sein.

16587]Spr 4,25 Laß deine Augen stracks vor sich sehen und deine Augenlider richtig vor dir hin blicken.

16588]Spr 4,26 Laß deinen Fuß gleich vor sich gehen, so gehst du gewiß.

16589]Spr 4,27 Wanke weder zur Rechten noch zur Linken; wende deinen Fuß vom Bösen.

16590]Spr 5,1 Mein Kind, merke auf meine Weisheit; neige dein Ohr zu meiner Lehre,


16591]Spr 5,2 daß du bewahrest guten Rat und dein Mund wisse Unterschied zu halten.

16592]Spr 5,3 Denn die Lippen der Hure sind süß wie Honigseim, und ihre Kehle ist glätter als Öl,

16593]Spr 5,4 aber hernach bitter wie Wermut und scharf wie ein zweischneidiges Schwert.


16594]Spr 5,5 Ihre Füße laufen zum Tod hinunter; ihre Gänge führen ins Grab.

16595]Spr 5,6 Sie geht nicht stracks auf dem Wege des Lebens; unstet sind ihre Tritte, daß sie nicht weiß, wo sie geht.

16596]Spr 5,7 So gehorchet mir nun, meine Kinder, und weichet nicht von der Rede meines Mundes.


16597]Spr 5,8 Laß deine Wege ferne von ihr sein, und nahe nicht zur Tür ihres Hauses,

16598]Spr 5,9 daß du nicht den Fremden gebest deine Ehre und deine Jahre dem Grausamen;

16599]Spr 5,10 daß sich nicht Fremde von deinem Vermögen sättigen und deine Arbeit nicht sei in eines andern Haus,

16600]Spr 5,11 und müssest hernach seufzen, wenn du Leib und Gut verzehrt hast,

16601]Spr 5,12 und sprechen "Ach, wie habe ich die Zucht gehaßt und wie hat mein Herz die Strafe verschmäht!

16602]Spr 5,13 wie habe ich nicht gehorcht der Stimme meiner Lehrer und mein Ohr nicht geneigt zu denen, die mich lehrten!


16603]Spr 5,14 Ich bin schier in alles Unglück gekommen vor allen Leuten und allem Volk."

16604]Spr 5,15 Trink Wasser aus deiner Grube und Flüsse aus deinem Brunnen.

16605]Spr 5,16 Laß deine Brunnen herausfließen und die Wasserbäche auf die Gassen.

16606]Spr 5,17 Habe du aber sie allein, und kein Fremder mit dir.


16607]Spr 5,18 Dein Born sei gesegnet, und freue dich des Weibes deiner Jugend.

16608]Spr 5,19 Sie ist lieblich wie die Hinde und holdselig wie ein Reh. Laß dich ihre Liebe allezeit sättigen und ergötze dich allewege in ihrer Liebe.

16609]Spr 5,20 Mein Kind, warum willst du dich an der Fremden ergötzen und herzest eine andere?

16610]Spr 5,21 Denn jedermanns Wege sind offen vor dem HERRN, und er mißt alle ihre Gänge.

16611]Spr 5,22 Die Missetat des Gottlosen wird ihn fangen, und er wird mit dem Strick seiner Sünde gehalten werden.

16612]Spr 5,23 Er wird sterben, darum daß er sich nicht will ziehen lassen; und um seiner großen Torheit willen wird's ihm nicht wohl gehen.

16613]Spr 6,1 Mein Kind, wirst du Bürge für deinen Nächsten und hast deine Hand bei einem Fremden verhaftet,

16614]Spr 6,2 so bist du verknüpft durch die Rede deines Mundes und gefangen mit den Reden deines Mundes.

16615]Spr 6,3 So tue doch, mein Kind, also und errette dich, denn du bist deinem Nächsten in die Hände gekommen eile, dränge und treibe deinen Nächsten.

16616]Spr 6,4 Laß deine Augen nicht schlafen, noch deinen Augenlider schlummern.

16617]Spr 6,5 Errette dich wie ein Reh von der Hand und wie eine Vogel aus der Hand des Voglers.


16618]Spr 6,6 Gehe hin zur Ameise, du Fauler; siehe ihre Weise an und lerne!

16619]Spr 6,7 Ob sie wohl keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat,

16620]Spr 6,8 bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.


16621]Spr 6,9 Wie lange liegst du, Fauler? Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf?

16622]Spr 6,10 Ja, schlafe noch ein wenig, schlummere ein wenig, schlage die Hände ineinander ein wenig, daß du schlafest,

16623]Spr 6,11 so wird dich die Armut übereilen wie ein Fußgänger und der Mangel wie ein gewappneter Mann.

16624]Spr 6,12 Ein heilloser Mensch, ein schädlicher Mann geht mit verstelltem Munde,

16625]Spr 6,13 winkt mit Augen, deutet mit Füßen, zeigt mit Fingern,

16626]Spr 6,14 trachtet allezeit Böses und Verkehrtes in seinem Herzen und richtet Hader an.

16627]Spr 6,15 Darum wird ihm plötzlich sein Verderben kommen, und er wird schnell zerbrochen werden, da keine Hilfe dasein wird.

16628]Spr 6,16 Diese sechs Stücke haßt der HERR, und am siebenten hat er einen Greuel:

16629]Spr 6,17 hohe Augen, falsche Zunge, Hände, die unschuldig Blut vergießen,

16630]Spr 6,18 Herz, das mit böser Tücke umgeht, Füße, die behend sind, Schaden zu tun,

16631]Spr 6,19 falscher Zeuge, der frech Lügen redet und wer Hader zwischen Brüdern anrichtet.

16632]Spr 6,20 Mein Kind, bewahre die Gebote deines Vaters und laß nicht fahren das Gesetz deiner Mutter.

16633]Spr 6,21 Binde sie zusammen auf dein Herz allewege und hänge sie an deinen Hals,

16634]Spr 6,22 wenn du gehst, daß sie dich geleiten; wenn du dich legst, daß sie dich bewahren; wenn du aufwachst, daß sie zu dir sprechen.

16635]Spr 6,23 Denn das Gebot ist eine Leuchte und das Gesetz ein Licht, und die Strafe der Zucht ist ein Weg des Lebens,


16636]Spr 6,24 auf daß du bewahrt werdest vor dem bösen Weibe, vor der glatten Zunge der Fremden.

16637]Spr 6,25 Laß dich ihre Schöne nicht gelüsten in deinem Herzen und verfange dich nicht an ihren Augenlidern.

16638]Spr 6,26 Denn eine Hure bringt einen ums Brot; aber eines andern Weib fängt das edle Leben.

16639]Spr 6,27 Kann auch jemand ein Feuer im Busen behalten, daß seine Kleider nicht brennen?

16640]Spr 6,28 Wie sollte jemand auf Kohlen gehen, daß seine Füße nicht verbrannt würden?

16641]Spr 6,29 Also gehet's dem, der zu seines Nächsten Weib geht; es bleibt keiner ungestraft, der sie berührt.

16642]Spr 6,30 Es ist einem Diebe nicht so große Schmach, ob er stiehlt, seine Seele zu sättigen, weil ihn hungert;

16643]Spr 6,31 und ob er ergriffen wird, gibt er's siebenfältig wieder und legt dar alles Gut in seinem Hause.

16644]Spr 6,32 Aber wer mit einem Weibe die Ehe bricht, der ist ein Narr; der bringt sein Leben ins Verderben.


16645]Spr 6,33 Dazu trifft ihn Plage und Schande, und seine Schande wird nicht ausgetilgt.

16646]Spr 6,34 Denn der Grimm des Mannes eifert, und schont nicht zur Zeit der Rache


16647]Spr 6,35 und sieht keine Person an, die da versöhne, und nimmt's nicht an, ob du viel schenken wolltest.

16648]Spr 7,1 Mein Kind, behalte meine Rede und verbirg meine Gebote bei dir.


16649]Spr 7,2 Behalte meine Gebote, so wirst du leben, und mein Gesetz wie deinen Augapfel.

16650]Spr 7,3 Binde sie an deine Finger; schreibe sie auf die Tafel deines Herzens.


16651]Spr 7,4 Sprich zur Weisheit "Du bist meine Schwester", und nenne die Klugheit deine Freundin,

16652]Spr 7,5 daß du behütet werdest vor dem fremden Weibe, vor einer andern, die glatte Worte gibt.

16653]Spr 7,6 Denn am Fenster meines Hauses guckte ich durchs Gitter


16654]Spr 7,7 und sah unter den Unverständigen und ward gewahr unter den Kindern eines törichten Jünglings,

16655]Spr 7,8 der ging auf der Gasse an einer Ecke und trat daher auf dem Wege bei ihrem Hause,


16656]Spr 7,9 in der Dämmerung, am Abend des Tages, da es Nacht ward und dunkel war.

16657]Spr 7,10 Und siehe, da begegnete ihm ein Weib im Hurenschmuck, listig,


16658]Spr 7,11 wild und unbändig, daß ihr Füße in ihrem Hause nicht bleiben können.

16659]Spr 7,12 Jetzt ist sie draußen, jetzt auf der Gasse, und lauert an allen Ecken.

16660]Spr 7,13 Und erwischte ihn und küßte ihn unverschämt und sprach zu ihm:

16661]Spr 7,14 Ich habe Dankopfer für mich heute bezahlt für meine Gelübde.

16662]Spr 7,15 Darum bin herausgegangen, dir zu begegnen, dein Angesicht zu suchen, und habe dich gefunden.


16663]Spr 7,16 Ich habe mein Bett schön geschmückt mit bunten Teppichen aus Ägypten.

16664]Spr 7,17 Ich habe mein Lager mit Myrrhe, Aloe und Zimt besprengt.


16665]Spr 7,18 Komm, laß und buhlen bis an den Morgen und laß und der Liebe pflegen.

16666]Spr 7,19 Denn der Mann ist nicht daheim; er ist einen fernen Weg gezogen.


16667]Spr 7,20 Er hat den Geldsack mit sich genommen; er wird erst aufs Fest wieder heimkommen.

16668]Spr 7,21 Sie überredete ihn mit vielen Worten und gewann ihn mit ihrem glatten Munde.

16669]Spr 7,22 Er folgt ihr alsbald nach, wie ein Ochse zur Fleischbank geführt wird, und wie zur Fessel, womit man die Narren züchtigt,

16670]Spr 7,23 bis sie ihm mit dem Pfeil die Leber spaltet; wie ein Vogel zum Strick eilt und weiß nicht, daß es ihm sein Leben gilt.

16671]Spr 7,24 So gehorchet mir nun, meine Kinder, und merket auf die Rede meines Mundes.


16672]Spr 7,25 Laß dein Herz nicht weichen auf ihren Weg und laß dich nicht verführen auf ihrer Bahn.

16673]Spr 7,26 Denn sie hat viele verwundet und gefällt, und sind allerlei Mächtige von ihr erwürgt.

16674]Spr 7,27 Ihr Haus sind Wege zum Grab, da man hinunterfährt in des Todes Kammern.

16675]Spr 8,1 Ruft nicht die Weisheit, und die Klugheit läßt sich hören?

16676]Spr 8,2 Öffentlich am Wege und an der Straße steht sie.

16677]Spr 8,3 An den Toren bei der Stadt, da man zur Tür eingeht, schreit sie:

16678]Spr 8,4 O ihr Männer, ich schreie zu euch und rufe den Leuten.

16679]Spr 8,5 Merkt, ihr Unverständigen, auf Klugheit und, ihr Toren, nehmt es zu Herzen!

16680]Spr 8,6 Höret, denn ich will reden, was fürstlich ist, und lehren, was recht ist.

16681]Spr 8,7 Denn mein Mund soll die Wahrheit reden, und meine Lippen sollen hassen, was gottlos ist.


16682]Spr 8,8 Alle Reden meines Mundes sind gerecht; es ist nichts Verkehrtes noch falsches darin.

16683]Spr 8,9 Sie sind alle gerade denen, die sie verstehen, und richtig denen, die es annehmen wollen.


16684]Spr 8,10 Nehmet an meine Zucht lieber denn Silber, und die Lehre achtet höher denn köstliches Gold.

16685]Spr 8,11 Denn Weisheit ist besser als Perlen; und alles, was man wünschen mag, kann ihr nicht gleichen.

16686]Spr 8,12 Ich, Weisheit, wohne bei der Klugheit und weiß guten Rat zu geben.

16687]Spr 8,13 Die Furcht des HERRN haßt das Arge, die Hoffart, den Hochmut und bösen Weg; und ich bin feind dem verkehrten Mund.

16688]Spr 8,14 Mein ist beides, Rat und Tat; ich habe Verstand und Macht.


16689]Spr 8,15 Durch mich regieren die Könige und setzen die Ratsherren das Recht.

16690]Spr 8,16 Durch mich herrschen die Fürsten und alle Regenten auf Erden.

16691]Spr 8,17 Ich liebe, die mich lieben; und die mich frühe suchen, finden mich.

16692]Spr 8,18 Reichtum und Ehre ist bei mir, währendes Gut und Gerechtigkeit.

16693]Spr 8,19 Meine Frucht ist besser denn Gold und feines Gold und mein Ertrag besser denn auserlesenes Silber.


16694]Spr 8,20 Ich wandle auf dem rechten Wege, auf der Straße des Rechts,

16695]Spr 8,21 daß ich wohl versorge, die mich lieben, und ihre Schätze vollmache.

16696]Spr 8,22 Der HERR hat mich gehabt im Anfang seiner Wege; ehe er etwas schuf, war ich da.


16697]Spr 8,23 Ich bin eingesetzt von Ewigkeit, von Anfang, vor der Erde.

16698]Spr 8,24 Da die Tiefen noch nicht waren, da war ich schon geboren, da die Brunnen noch nicht mit Wasser quollen.


16699]Spr 8,25 Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln war ich geboren,

16700]Spr 8,26 da er die Erde noch nicht gemacht hatte und was darauf ist, noch die Berge des Erdbodens.


16701]Spr 8,27 Da er die Himmel bereitete, war ich daselbst, da er die Tiefe mit seinem Ziel faßte.

16702]Spr 8,28 Da er die Wolken droben festete, da er festigte die Brunnen der Tiefe,


16703]Spr 8,29 da er dem Meer das Ziel setzte und den Wassern, daß sie nicht überschreiten seinen Befehl, da er den Grund der Erde legte:

16704]Spr 8,30 da war ich der Werkmeister bei ihm und hatte meine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit

16705]Spr 8,31 und spielte auf seinem Erdboden, und meine Lust ist bei den Menschenkindern.


16706]Spr 8,32 So gehorchet mir nun, meine Kinder. Wohl denen, die meine Wege halten!

16707]Spr 8,33 Höret die Zucht und werdet weise und lasset sie nicht fahren.

16708]Spr 8,34 Wohl dem Menschen, der mir gehorcht, daß er wache an meiner Tür täglich, daß er warte an den Pfosten meiner Tür.

16709]Spr 8,35 Wer mich findet, der findet das Leben und wird Wohlgefallen vom HERRN erlangen.


16710]Spr 8,36 Wer aber an mir sündigt, der verletzt seine Seele. Alle, die mich hassen, lieben den Tod.

16711]Spr 9,1 Die Weisheit baute ihr Haus und hieb sieben Säulen,

16712]Spr 9,2 schlachtete ihr Vieh und trug ihren Wein auf und bereitete ihren Tisch


16713]Spr 9,3 und sandte ihre Dirnen aus, zu rufen oben auf den Höhen der Stadt:

16714]Spr 9,4 "Wer verständig ist, der mache sich hierher!", und zum Narren sprach sie:

16715]Spr 9,5 "Kommet, zehret von meinem Brot und trinket den Wein, den ich schenke;


16716]Spr 9,6 verlaßt das unverständige Wesen, so werdet ihr leben, und gehet auf dem Wege der Klugheit."

16717]Spr 9,7 Wer den Spötter züchtigt, der muß Schande auf sich nehmen; und wer den Gottlosen straft, der muß gehöhnt werden.

16718]Spr 9,8 Strafe den Spötter nicht, er haßt dich; strafe den Weisen, der wird dich lieben.

16719]Spr 9,9 Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.


16720]Spr 9,10 Der Weisheit Anfang ist des HERRN Furcht, und den Heiligen erkennen ist Verstand.

16721]Spr 9,11 Denn durch mich werden deiner Tage viel werden und werden dir der Jahre des Lebens mehr werden.


16722]Spr 9,12 Bist du weise, so bist du dir weise; bist du ein Spötter, so wirst du es allein tragen.

16723]Spr 9,13 Es ist aber ein törichtes, wildes Weib, voll Schwätzens, und weiß nichts;

16724]Spr 9,14 die sitzt in der Tür ihres Hauses auf dem Stuhl, oben in der Stadt,

16725]Spr 9,15 zu laden alle, die vorübergehen und richtig auf ihrem Wege wandeln:

16726]Spr 9,16 "Wer unverständig ist, der mache sich hierher!", und zum Narren spricht sie:

16727]Spr 9,17 "Die gestohlenen Wasser sind süß, und das verborgene Brot schmeckt wohl."

16728]Spr 9,18 Er weiß aber nicht, daß daselbst Tote sind und ihre Gäste in der tiefen Grube.

16729]Spr 10,1 Dies sind die Sprüche Salomos. Ein weiser Sohn ist seines Vaters Freude; aber ein törichter Sohn ist seiner Mutter Grämen.

16730]Spr 10,2 Unrecht Gut hilft nicht; aber Gerechtigkeit errettet vor dem Tode.


16731]Spr 10,3 Der HERR läßt die Seele des Gerechten nicht Hunger leiden; er stößt aber weg der Gottlosen Begierde.

16732]Spr 10,4 Lässige Hand macht arm; aber der Fleißigen Hand macht reich.

16733]Spr 10,5 Wer im Sommer sammelt, der ist klug; wer aber in der Ernte schläft, wird zu Schanden.

16734]Spr 10,6 Den Segen hat das Haupt des Gerechten; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel überfallen.

16735]Spr 10,7 Das Gedächtnis der Gerechten bleibt im Segen; aber der Gottlosen Name wird verwesen.

16736]Spr 10,8 Wer weise von Herzen ist nimmt die Gebote an; wer aber ein Narrenmaul hat, wird geschlagen.


16737]Spr 10,9 Wer unschuldig lebt, der lebt sicher; wer aber verkehrt ist auf seinen Wegen, wird offenbar werden.

16738]Spr 10,10 Wer mit Augen winkt, wird Mühsal anrichten; und der ein Narrenmaul hat, wird geschlagen.

16739]Spr 10,11 Des Gerechten Mund ist ein Brunnen des Lebens; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel überfallen.

16740]Spr 10,12 Haß erregt Hader; aber Liebe deckt zu alle Übertretungen.

16741]Spr 10,13 In den Lippen des Verständigen findet man Weisheit; aber auf den Rücken der Narren gehört eine Rute.

16742]Spr 10,14 Die Weisen bewahren die Lehre; aber der Narren Mund ist nahe dem Schrecken.


16743]Spr 10,15 Das Gut des Reichen ist seine feste Stadt; aber die Armen macht die Armut blöde.

16744]Spr 10,16 Der Gerechte braucht sein Gut zum Leben; aber der Gottlose braucht sein Einkommen zur Sünde.

16745]Spr 10,17 Die Zucht halten ist der Weg zum Leben; wer aber der Zurechtweisung nicht achtet, der bleibt in der Irre.


16746]Spr 10,18 Falsche Mäuler bergen Haß; und wer verleumdet, der ist ein Narr.

16747]Spr 10,19 Wo viel Worte sind, da geht's ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen hält, ist klug.

16748]Spr 10,20 Des Gerechten Zunge ist köstliches Silber; aber der Gottlosen Herz ist wie nichts.

16749]Spr 10,21 Des Gerechten Lippen weiden viele; aber die Narren werden an ihrer Torheit sterben.


16750]Spr 10,22 Der Segen des HERRN macht reich ohne Mühe.

16751]Spr 10,23 Ein Narr treibt Mutwillen und hat dazu noch seinen Spott; aber der Mann ist weise, der aufmerkt.


16752]Spr 10,24 Was der Gottlose fürchtet, das wird ihm begegnen; und was die Gerechten begehren, wird ihnen gegeben.

16753]Spr 10,25 Der Gottlose ist wie ein Wetter, das vorübergeht und nicht mehr ist; der Gerechte aber besteht ewiglich.

16754]Spr 10,26 Wie der Essig den Zähnen und der Rauch den Augen tut, so tut der Faule denen, die ihn senden.

16755]Spr 10,27 Die Furcht des HERRN mehrt die Tage; aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt.

16756]Spr 10,28 Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein.


16757]Spr 10,29 Der Weg des HERRN ist des Frommen Trotz; aber die Übeltäter sind blöde.

16758]Spr 10,30 Der Gerechte wird nimmermehr umgestoßen; aber die Gottlosen werden nicht im Lande bleiben.

16759]Spr 10,31 Der Mund des Gerechten bringt Weisheit; aber die Zunge der Verkehrten wird ausgerottet.


16760]Spr 10,32 Die Lippen der Gerechten lehren heilsame Dinge; aber der Gottlosen Mund ist verkehrt.

16761]Spr 11,1 Falsche Waage ist dem HERRN ein Greuel; aber völliges Gewicht ist sein Wohlgefallen.

16762]Spr 11,2 Wo Stolz ist, da ist auch Schmach; aber Weisheit ist bei den Demütigen.

16763]Spr 11,3 Unschuld wird die Frommen leiten; aber die Bosheit wird die Verächter verstören.

16764]Spr 11,4 Gut hilft nicht am Tage des Zorns; aber Gerechtigkeit errettet vom Tod.


16765]Spr 11,5 Die Gerechtigkeit des Frommen macht seinen Weg eben; aber der Gottlose wird fallen durch sein gottloses Wesen.

16766]Spr 11,6 Die Gerechtigkeit der Frommen wird sie erretten; aber die Verächter werden gefangen in ihrer Bosheit.

16767]Spr 11,7 Wenn der gottlose Mensch stirbt, ist seine Hoffnung verloren und das Harren des Ungerechten wird zunichte.


16768]Spr 11,8 Der Gerechte wird aus seiner Not erlöst, und der Gottlose kommt an seine Statt.

16769]Spr 11,9 Durch den Mund des Heuchlers wird sein Nächster verderbt; aber die Gerechten merken's und werden erlöst.

16770]Spr 11,10 Eine Stadt freut sich, wenn's den Gerechten wohl geht; und wenn die Gottlosen umkommen, wird man froh.


16771]Spr 11,11 Durch den Segen der Frommen wird eine Stadt erhoben; aber durch den Mund der Gottlosen wird sie zerbrochen.

16772]Spr 11,12 Wer seinen Nächsten schändet, ist ein Narr; aber ein verständiger Mann schweigt still.

16773]Spr 11,13 Ein Verleumder verrät, was er heimlich weiß; aber wer eines getreuen Herzens ist, verbirgt es.

16774]Spr 11,14 Wo nicht Rat ist, da geht das Volk unter; wo aber viel Ratgeber sind, da geht es wohl zu.


16775]Spr 11,15 Wer für einen andern Bürge wird, der wird Schaden haben; wer aber sich vor Geloben hütet, ist sicher.

16776]Spr 11,16 Ein holdselig Weib erlangt Ehre; aber die Tyrannen erlangen Reichtum.


16777]Spr 11,17 Ein barmherziger Mann tut sich selber Gutes; aber ein unbarmherziger betrübt auch sein eigen Fleisch.

16778]Spr 11,18 Der Gottlosen Arbeit wird fehlschlagen; aber wer Gerechtigkeit sät, das ist gewisses Gut.

16779]Spr 11,19 Gerechtigkeit fördert zum Leben; aber dem Übel nachjagen fördert zum Tod.

16780]Spr 11,20 Der HERR hat Greuel an den verkehrten Herzen, und Wohlgefallen an den Frommen.


16781]Spr 11,21 Den Bösen hilft nichts, wenn sie auch alle Hände zusammentäten; aber der Gerechten Same wird errettet werden.

16782]Spr 11,22 Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Haarband.

16783]Spr 11,23 Der Gerechten Wunsch muß doch wohl geraten, und der Gottlosen Hoffen wird Unglück.

16784]Spr 11,24 Einer teilt aus und hat immer mehr; ein anderer kargt, da er nicht soll, und wird doch ärmer.

16785]Spr 11,25 Die Seele, die da reichlich segnet, wird gelabt; wer reichlich tränkt, der wird auch getränkt werden.

16786]Spr 11,26 Wer Korn innehält, dem fluchen die Leute; aber Segen kommt über den, der es verkauft.

16787]Spr 11,27 Wer da Gutes sucht, dem widerfährt Gutes; wer aber nach Unglück ringt, dem wird's begegnen.

16788]Spr 11,28 Wer sich auf seinen Reichtum verläßt, der wird untergehen; aber die Gerechten werden grünen wie ein Blatt.

16789]Spr 11,29 Wer sein eigen Haus betrübt, der wird Wind zum Erbteil haben; und ein Narr muß ein Knecht des Weisen sein.

16790]Spr 11,30 Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und ein Weiser gewinnt die Herzen.


16791]Spr 11,31 So der Gerechte auf Erden leiden muß, wie viel mehr der Gottlose und der Sünder!

16792]Spr 12,1 Wer sich gern läßt strafen, der wird klug werden; wer aber ungestraft sein will, der bleibt ein Narr.

16793]Spr 12,2 Wer fromm ist, der bekommt Trost vom HERRN; aber ein Ruchloser verdammt sich selbst.


16794]Spr 12,3 Ein gottlos Wesen fördert den Menschen nicht; aber die Wurzel der Gerechten wird bleiben.

16795]Spr 12,4 Ein tugendsam Weib ist eine Krone ihres Mannes; aber eine böse ist wie Eiter in seinem Gebein.

16796]Spr 12,5 Die Gedanken der Gerechten sind redlich; aber die Anschläge der Gottlosen sind Trügerei.

16797]Spr 12,6 Der Gottlosen Reden richten Blutvergießen an; aber der Frommen Mund errettet.

16798]Spr 12,7 Die Gottlosen werden umgestürzt und nicht mehr sein; aber das Haus der Gerechten bleibt stehen.

16799]Spr 12,8 Eines weisen Mannes Rat wird gelobt; aber die da tückisch sind, werden zu Schanden.

16800]Spr 12,9 Wer gering ist und wartet des Seinen, der ist besser, denn der groß sein will, und des Brotes mangelt.

16801]Spr 12,10 Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig.


16802]Spr 12,11 Wer seinen Acker baut, der wird Brot die Fülle haben; wer aber unnötigen Sachen nachgeht, der ist ein Narr.

16803]Spr 12,12 Des Gottlosen Lust ist, Schaden zu tun; aber die Wurzel der Gerechten wird Frucht bringen.


16804]Spr 12,13 Der Böse wird gefangen in seinen eigenen falschen Worten; aber der Gerechte entgeht der Angst.

16805]Spr 12,14 Viel Gutes kommt dem Mann durch die Frucht des Mundes; und dem Menschen wird vergolten, nach dem seine Hände verdient haben.

16806]Spr 12,15 Dem Narren gefällt seine Weise wohl; aber wer auf Rat hört, der ist weise.

16807]Spr 12,16 Ein Narr zeigt seinen Zorn alsbald; aber wer die Schmach birgt, ist klug.


16808]Spr 12,17 Wer wahrhaftig ist, der sagt frei, was recht ist; aber ein falscher Zeuge betrügt.

16809]Spr 12,18 Wer unvorsichtig herausfährt, sticht wie ein Schwert; aber die Zunge der Weisen ist heilsam.

16810]Spr 12,19 Wahrhaftiger Mund besteht ewiglich; aber die falsche Zunge besteht nicht lange.


16811]Spr 12,20 Die, so Böses raten, betrügen; aber die zum Frieden raten, schaffen Freude.

16812]Spr 12,21 Es wird dem Gerechten kein Leid geschehen; aber die Gottlosen werden voll Unglück sein.

16813]Spr 12,22 Falsche Mäuler sind dem HERRN ein Greuel; die aber treulich handeln, gefallen ihm wohl.

16814]Spr 12,23 Ein verständiger Mann trägt nicht Klugheit zur Schau; aber das Herz der Narren ruft seine Narrheit aus.

16815]Spr 12,24 Fleißige Hand wird herrschen; die aber lässig ist, wird müssen zinsen.

16816]Spr 12,25 Sorge im Herzen kränkt, aber ein freundliches Wort erfreut.

16817]Spr 12,26 Der Gerechte hat's besser denn sein Nächster; aber der Gottlosen Weg verführt sie.

16818]Spr 12,27 Einem Lässigen gerät sein Handel nicht; aber ein fleißiger Mensch wird reich.

16819]Spr 12,28 Auf dem Wege der Gerechtigkeit ist Leben, und auf ihrem gebahnten Pfad ist kein Tod.


16820]Spr 13,1 Ein weiser Sohn läßt sich vom Vater züchtigen; aber ein Spötter gehorcht der Strafe nicht.

16821]Spr 13,2 Die Frucht des Mundes genießt man; aber die Verächter denken nur zu freveln.

16822]Spr 13,3 Wer seinen Mund bewahrt, der bewahrt sein Leben; wer aber mit seinem Maul herausfährt, der kommt in Schrecken.

16823]Spr 13,4 Der Faule begehrt und kriegt's doch nicht; aber die Fleißigen kriegen genug.

16824]Spr 13,5 Der Gerechte ist der Lüge feind; aber der Gottlose schändet und schmäht sich selbst.

16825]Spr 13,6 Die Gerechtigkeit behütet den Unschuldigen; aber das gottlose Wesen bringt zu Fall den Sünder.

16826]Spr 13,7 Mancher ist arm bei großem Gut, und mancher ist reich bei seiner Armut.

16827]Spr 13,8 Mit Reichtum kann einer sein Leben erretten; aber ein Armer hört kein Schelten.

16828]Spr 13,9 Das Licht der Gerechten brennt fröhlich; aber die Leuchte der Gottlosen wird auslöschen.

16829]Spr 13,10 Unter den Stolzen ist immer Hader; aber Weisheit ist bei denen, die sich raten lassen.


16830]Spr 13,11 Reichtum wird wenig, wo man's vergeudet; was man aber zusammenhält, das wird groß.

16831]Spr 13,12 Die Hoffnung, die sich verzieht, ängstet das Herz; wenn's aber kommt, was man begehrt, das ist wie ein Baum des Lebens.

16832]Spr 13,13 Wer das Wort verachtet, der verderbt sich selbst; wer aber das Gebot fürchtet, dem wird's vergolten.

16833]Spr 13,14 Die Lehre des Weisen ist eine Quelle des Lebens, zu meiden die Stricke des Todes.


16834]Spr 13,15 Feine Klugheit schafft Gunst; aber der Verächter Weg bringt Wehe.

16835]Spr 13,16 Ein Kluger tut alles mit Vernunft; ein Narr aber breitet Narrheit aus.


16836]Spr 13,17 Ein gottloser Bote bringt Unglück; aber ein treuer Bote ist heilsam.

16837]Spr 13,18 Wer Zucht läßt fahren, der hat Armut und Schande; wer sich gerne strafen läßt, wird zu ehren kommen.

16838]Spr 13,19 Wenn's kommt, was man begehrt, das tut dem Herzen wohl; aber das Böse meiden ist den Toren ein Greuel.

16839]Spr 13,20 Wer mit den Weisen umgeht, der wird weise; wer aber der Narren Geselle ist, der wird Unglück haben.

16840]Spr 13,21 Unglück verfolgt die Sünder; aber den Gerechten wird Gutes vergolten.

16841]Spr 13,22 Der Gute wird vererben auf Kindeskind; aber des Sünders Gut wird für den Gerechten gespart.

16842]Spr 13,23 Es ist viel Speise in den Furchen der Armen; aber die Unrecht tun, verderben.


16843]Spr 13,24 Wer seine Rute schont, der haßt seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald.

16844]Spr 13,25 Der Gerechte ißt, daß sein Seele satt wird; der Gottlosen Bauch aber hat nimmer genug.

16845]Spr 14,1 Durch weise Weiber wird das Haus erbaut; eine Närrin aber zerbricht's mit ihrem Tun.

16846]Spr 14,2 Wer den HERRN fürchtet, der wandelt auf rechter Bahn; wer ihn aber verachtet, der geht auf Abwegen.

16847]Spr 14,3 Narren reden tyrannisch; aber die Weisen bewahren ihren Mund.


16848]Spr 14,4 Wo nicht Ochsen sind, da ist die Krippe rein; aber wo der Ochse geschäftig ist, da ist viel Einkommen.

16849]Spr 14,5 Ein treuer Zeuge lügt nicht; aber ein Falscher Zeuge redet frech Lügen.

16850]Spr 14,6 Der Spötter sucht Weisheit, und findet sie nicht; aber dem Verständigen ist die Erkenntnis leicht.

16851]Spr 14,7 Gehe von dem Narren; denn du lernst nichts von ihm.


16852]Spr 14,8 Das ist des Klugen Weisheit, daß er auf seinen Weg merkt; aber der Narren Torheit ist eitel Trug.

16853]Spr 14,9 Die Narren treiben das Gespött mit der Sünde; aber die Frommen haben Lust an den Frommen.

16854]Spr 14,10 Das Herz kennt sein eigen Leid, und in seine Freude kann sich kein Fremder mengen.


16855]Spr 14,11 Das Haus der Gottlosen wird vertilgt; aber die Hütte der Frommen wird grünen.

16856]Spr 14,12 Es gefällt manchem ein Weg wohl; aber endlich bringt er ihn zum Tode.

16857]Spr 14,13 Auch beim Lachen kann das Herz trauern, und nach der Freude kommt Leid.


16858]Spr 14,14 Einem losen Menschen wird's gehen wie er handelt; aber ein Frommer wird über ihn sein.

16859]Spr 14,15 Ein Unverständiger glaubt alles; aber ein Kluger merkt auf seinen Gang.

16860]Spr 14,16 Ein Weiser fürchtet sich und meidet das Arge; ein Narr aber fährt trotzig hindurch.

16861]Spr 14,17 Ein Ungeduldiger handelt töricht; aber ein Bedächtiger haßt es.

16862]Spr 14,18 Die Unverständigen erben Narrheit; aber es ist der Klugen Krone, vorsichtig handeln.

16863]Spr 14,19 Die Bösen müssen sich bücken vor dem Guten und die Gottlosen in den Toren des Gerechten.

16864]Spr 14,20 Einen Armen hassen auch seine Nächsten; aber die Reichen haben viele Freunde.

16865]Spr 14,21 Der Sünder verachtet seinen Nächsten; aber wohl dem, der sich der Elenden erbarmt!

16866]Spr 14,22 Die mit bösen Ränken umgehen, werden fehlgehen; die aber Gutes denken, denen wird Treue und Güte widerfahren.

16867]Spr 14,23 Wo man arbeitet, da ist genug; wo man aber mit Worten umgeht, da ist Mangel.


16868]Spr 14,24 Den Weisen ist ihr Reichtum eine Krone; aber die Torheit der Narren bleibt Torheit.

16869]Spr 14,25 Ein treuer Zeuge errettet das Leben; aber ein falscher Zeuge betrügt.

16870]Spr 14,26 Wer den HERRN fürchtet, der hat eine sichere Festung, und seine Kinder werden auch beschirmt.

16871]Spr 14,27 Die Furcht des HERRN ist eine Quelle des Lebens, daß man meide die Stricke des Todes.

16872]Spr 14,28 Wo ein König viel Volks hat, das ist seine Herrlichkeit; wo aber wenig Volks ist, das macht einen Herrn blöde.

16873]Spr 14,29 Wer geduldig ist, der ist weise; wer aber ungeduldig ist, der offenbart seine Torheit.


16874]Spr 14,30 Ein gütiges Herz ist des Leibes Leben; aber Neid ist Eiter in den Gebeinen.

16875]Spr 14,31 Wer dem Geringen Gewalt tut, der lästert desselben Schöpfer; aber wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott.

16876]Spr 14,32 Der Gottlose besteht nicht in seinem Unglück; aber der Gerechte ist auch in seinem Tod getrost.

16877]Spr 14,33 Im Herzen des Verständigen ruht Weisheit, und wird offenbar unter den Narren.

16878]Spr 14,34 Gerechtigkeit erhöhet ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben.

16879]Spr 14,35 Ein kluger Knecht gefällt dem König wohl; aber einem schändlichen Knecht ist er feind.

16880]Spr 15,1 Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort richtet Grimm an.


16881]Spr 15,2 Der Weisen Zunge macht die Lehre lieblich; der Narren Mund speit eitel Narrheit.

16882]Spr 15,3 Die Augen des HERRN schauen an allen Orten beide, die Bösen und die Frommen.

16883]Spr 15,4 Ein heilsame Zunge ist ein Baum des Lebens; aber eine lügenhafte macht Herzeleid.

16884]Spr 15,5 Der Narr lästert die Zucht seines Vaters; wer aber Strafe annimmt, der wird klug werden.

16885]Spr 15,6 In des Gerechten Haus ist Guts genug; aber in dem Einkommen des Gottlosen ist Verderben.


16886]Spr 15,7 Der Weisen Mund streut guten Rat; aber der Narren Herz ist nicht richtig.

16887]Spr 15,8 Der Gottlosen Opfer ist dem HERRN ein Greuel; aber das Gebet der Frommen ist ihm angenehm.


16888]Spr 15,9 Der Gottlosen Weg ist dem HERRN ein Greuel; wer aber der Gerechtigkeit nachjagt, den liebt er.

16889]Spr 15,10 Den Weg verlassen bringt böse Züchtigung, und wer Strafe haßt, der muß sterben.

16890]Spr 15,11 Hölle und Abgrund ist vor dem HERRN; wie viel mehr der Menschen Herzen!

16891]Spr 15,12 Der Spötter liebt den nicht, der ihn straft, und geht nicht zu den Weisen.

16892]Spr 15,13 Ein fröhlich Herz macht ein fröhlich Angesicht; aber wenn das Herz bekümmert ist, so fällt auch der Mut.

16893]Spr 15,14 Ein kluges Herz handelt bedächtig; aber der Narren Mund geht mit Torheit um.

16894]Spr 15,15 Ein Betrübter hat nimmer einen guten Tag; aber ein guter Mut ist ein täglich Wohlleben.

16895]Spr 15,16 Es ist besser ein wenig mit der Furcht des HERRN denn großer Schatz, darin Unruhe ist.

16896]Spr 15,17 Es ist besser ein Gericht Kraut mit Liebe, denn ein gemästeter Ochse mit Haß.

16897]Spr 15,18 Ein zorniger Mann richtet Hader an; ein Geduldiger aber stillt den Zank.


16898]Spr 15,19 Der Weg des Faulen ist dornig; aber der Weg des Frommen ist wohl gebahnt.

16899]Spr 15,20 Ein weiser Sohn erfreut den Vater, und ein törichter Mensch ist seiner Mutter Schande.

16900]Spr 15,21 Dem Toren ist die Torheit eine Freude; aber ein verständiger Mann bleibt auf dem rechten Wege.

16901]Spr 15,22 Die Anschläge werden zunichte, wo nicht Rat ist; wo aber viel Ratgeber sind, bestehen sie.

16902]Spr 15,23 Es ist einem Manne eine Freude, wenn er richtig antwortet; und ein Wort zu seiner Zeit ist sehr lieblich.


16903]Spr 15,24 Der Weg des Lebens geht überwärts für den Klugen, auf daß er meide die Hölle unterwärts.

16904]Spr 15,25 Der HERR wird das Haus des Hoffärtigen zerbrechen und die Grenze der Witwe bestätigen.

16905]Spr 15,26 Die Anschläge des Argen sind dem HERRN ein Greuel; aber freundlich reden die Reinen.

16906]Spr 15,27 Der Geizige verstört sein eigen Haus; wer aber Geschenke haßt, der wird leben.

16907]Spr 15,28 Das Herz des Gerechten ersinnt, was zu antworten ist; aber der Mund der Gottlosen schäumt Böses.

16908]Spr 15,29 Der HERR ist fern von den Gottlosen; aber der Gerechten Gebet erhört er.

16909]Spr 15,30 Freundlicher Anblick erfreut das Herz; eine gute Botschaft labt das Gebein.


16910]Spr 15,31 Das Ohr, das da hört die Strafe des Lebens, wird unter den Weisen wohnen.

16911]Spr 15,32 Wer sich nicht ziehen läßt, der macht sich selbst zunichte; wer aber auf Strafe hört, der wird klug.

16912]Spr 15,33 Die Furcht des HERRN ist Zucht und Weisheit; und ehe man zu Ehren kommt, muß man zuvor leiden.

16913]Spr 16,1 Der Mensch setzt sich's wohl vor im Herzen; aber vom HERRN kommt, was die Zunge reden soll.


16914]Spr 16,2 Einem jeglichen dünken seine Wege rein; aber der HERR wägt die Geister.

16915]Spr 16,3 Befiehl dem HERRN deine Werke, so werden deine Anschläge fortgehen.

16916]Spr 16,4 Der HERR macht alles zu bestimmtem Ziel, auch den Gottlosen für den bösen Tag.

16917]Spr 16,5 Ein stolzes Herz ist dem HERRN ein Greuel und wird nicht ungestraft bleiben, wenn sie gleich alle aneinander hängen.

16918]Spr 16,6 Durch Güte und Treue wird Missetat versöhnt, und durch die Furcht des HERRN meidet man das Böse.

16919]Spr 16,7 Wenn jemands Wege dem HERRN wohl gefallen, so macht er auch seine Feinde mit ihm zufrieden.


16920]Spr 16,8 Es ist besser ein wenig mit Gerechtigkeit denn viel Einkommen mit Unrecht.

16921]Spr 16,9 Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein gibt, daß er fortgehe.

16922]Spr 16,10 Weissagung ist in dem Munde des Königs; sein Mund fehlt nicht im Gericht.

16923]Spr 16,11 Rechte Waage und Gewicht ist vom HERRN; und alle Pfunde im Sack sind seine Werke.


16924]Spr 16,12 Den Königen ist Unrecht tun ein Greuel; denn durch Gerechtigkeit wird der Thron befestigt.

16925]Spr 16,13 Recht raten gefällt den Königen; und wer aufrichtig redet, wird geliebt.

16926]Spr 16,14 Des Königs Grimm ist ein Bote des Todes; aber ein weiser Mann wird ihn versöhnen.

16927]Spr 16,15 Wenn des Königs Angesicht freundlich ist, das ist Leben, und seine Gnade ist wie ein Spätregen.

16928]Spr 16,16 Nimm an die Weisheit, denn sie ist besser als Gold; und Verstand haben ist edler als Silber.


16929]Spr 16,17 Der Frommen Weg meidet das Arge; und wer seinen Weg bewahrt, der erhält sein Leben.

16930]Spr 16,18 Wer zu Grunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.


16931]Spr 16,19 Es ist besser niedrigen Gemüts sein mit den Elenden, denn Raub austeilen mit den Hoffärtigen.

16932]Spr 16,20 Wer eine Sache klüglich führt, der findet Glück; und wohl dem, der sich auf den HERRN verläßt!

16933]Spr 16,21 Ein Verständiger wird gerühmt für einen weisen Mann, und liebliche Reden lehren wohl.

16934]Spr 16,22 Klugheit ist wie ein Brunnen des Lebens dem, der sie hat; aber die Zucht der Narren ist Narrheit.


16935]Spr 16,23 Ein weises Herz redet klug und lehrt wohl.

16936]Spr 16,24 Die Reden des Freundlichen sind Honigseim, trösten die Seele und erfrischen die Gebeine.

16937]Spr 16,25 Manchem gefällt ein Weg wohl; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode.

16938]Spr 16,26 Mancher kommt zu großem Unglück durch sein eigen Maul.

16939]Spr 16,27 Ein loser Mensch gräbt nach Unglück, und in seinem Maul brennt Feuer.

16940]Spr 16,28 Ein verkehrter Mensch richtet Hader an, und ein Verleumder macht Freunde uneins.


16941]Spr 16,29 Ein Frevler lockt seinen Nächsten und führt ihn auf keinen guten Weg.

16942]Spr 16,30 Wer mit den Augen winkt, denkt nichts Gutes; und wer mit den Lippen andeutet, vollbringt Böses.

16943]Spr 16,31 Graue Haare sind eine Krone der Ehren, die auf dem Wege der Gerechtigkeit gefunden wird.


16944]Spr 16,32 Ein Geduldiger ist besser denn ein Starker, und der seines Mutes Herr ist, denn der Städte gewinnt.

16945]Spr 16,33 Das Los wird geworfen in den Schoß; aber es fällt, wie der HERR will.

16946]Spr 17,1 Es ist ein trockner Bissen, daran man sich genügen läßt, besser denn ein Haus voll Geschlachtetes mit Hader.

16947]Spr 17,2 Ein kluger Knecht wird herrschen über unfleißige Erben und wird unter den Brüdern das Erbe austeilen.

16948]Spr 17,3 Wie das Feuer Silber und der Ofen Gold, also prüft der HERR die Herzen.

16949]Spr 17,4 Ein Böser achtet auf böse Mäuler, und ein Falscher gehorcht den schädlichen Zungen.

16950]Spr 17,5 Wer des Dürftigen spottet, der höhnt desselben Schöpfer; und wer sich über eines andern Unglück freut, der wird nicht ungestraft bleiben.

16951]Spr 17,6 Der Alten Krone sind Kindeskinder, und der Kinder Ehre sind ihre Väter.

16952]Spr 17,7 Es steht einem Narren nicht wohl an, von hohen Dingen reden, viel weniger einem Fürsten, daß er gern lügt.

16953]Spr 17,8 Wer zu schenken hat, dem ist's ein Edelstein; wo er sich hin kehrt, ist er klug geachtet.


16954]Spr 17,9 Wer Sünde zudeckt, der macht Freundschaft; wer aber die Sache aufrührt, der macht Freunde uneins.

16955]Spr 17,10 Schelten bringt mehr ein an dem Verständigen denn hundert Schläge an dem Narren.

16956]Spr 17,11 Ein bitterer Mensch trachtet, eitel Schaden zu tun; aber es wird ein grimmiger Engel über ihn kommen.

16957]Spr 17,12 Es ist besser, einem Bären begegnen, dem die Jungen geraubt sind, denn einem Narren in seiner Narrheit.

16958]Spr 17,13 Wer Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Haus wird Böses nicht lassen.

16959]Spr 17,14 Wer Hader anfängt, ist gleich dem, der dem Wasser den Damm aufreißt. Laß du vom Hader, ehe du drein gemengt wirst.

16960]Spr 17,15 Wer den Gottlosen gerechtspricht und den Gerechten verdammt, die sind beide dem HERRN ein Greuel.


16961]Spr 17,16 Was soll dem Narren Geld in der Hand, Weisheit zu kaufen, so er doch ein Narr ist?

16962]Spr 17,17 Ein Freund liebt allezeit, und als ein Bruder wird er in Not erfunden.


16963]Spr 17,18 Es ist ein Narr, der in die Hand gelobt und Bürge wird für seinen Nächsten.

16964]Spr 17,19 Wer Zank liebt, der liebt Sünde; und wer seine Türe hoch macht, ringt nach Einsturz.

16965]Spr 17,20 Ein verkehrtes Herz findet nichts Gutes; und der verkehrter Zunge ist, wird in Unglück fallen.

16966]Spr 17,21 Wer einen Narren zeugt, der hat Grämen; und eines Narren Vater hat keine Freude.

16967]Spr 17,22 Ein fröhlich Herz macht das Leben lustig; aber ein betrübter Mut vertrocknet das Gebein.

16968]Spr 17,23 Der Gottlose nimmt heimlich gern Geschenke, zu beugen den Weg des Rechts.


16969]Spr 17,24 Ein Verständiger gebärdet sich weise; ein Narr wirft die Augen hin und her.

16970]Spr 17,25 Ein törichter Sohn ist seines Vaters Trauern und Betrübnis der Mutter, die ihn geboren hat.

16971]Spr 17,26 Es ist nicht gut, daß man den Gerechten schindet, noch den Edlen zu schlagen, der recht handelt.

16972]Spr 17,27 Ein Vernünftiger mäßigt seine Rede; und ein verständiger Mann ist kaltes Muts.

16973]Spr 17,28 Ein Narr, wenn er schwiege, wurde auch für weise gerechnet, und für verständig, wenn er das Maul hielte.

16974]Spr 18,1 Wer sich absondert, der sucht, was ihn gelüstet, und setzt sich wider alles, was gut ist.

16975]Spr 18,2 Ein Narr hat nicht Lust am Verstand, sondern kundzutun, was in seinem Herzen steckt.


16976]Spr 18,3 Wo der Gottlose hin kommt, da kommt Verachtung und Schmach mit Hohn.

16977]Spr 18,4 Die Worte in eines Mannes Munde sind wie tiefe Wasser, und die Quelle der Weisheit ist ein voller Strom.


16978]Spr 18,5 Es ist nicht gut, die Person des Gottlosen achten, zu beugen den Gerechten im Gericht.

16979]Spr 18,6 Die Lippen des Narren bringen Zank, und sein Mund ringt nach Schlägen.

16980]Spr 18,7 Der Mund des Narren schadet ihm selbst, und seine Lippen fangen seine eigene Seele.


16981]Spr 18,8 Die Worte des Verleumders sind Schläge und gehen einem durchs Herz.

16982]Spr 18,9 Wer lässig ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder des, der das Seine umbringt.

16983]Spr 18,10 Der Name des HERRN ist ein festes Schloß; der Gerechte läuft dahin und wird beschirmt.

16984]Spr 18,11 Das Gut des Reichen ist ihm eine feste Stadt und wie hohe Mauern in seinem Dünkel.

16985]Spr 18,12 Wenn einer zu Grunde gehen soll, wird sein Herz zuvor stolz; und ehe man zu Ehren kommt, muß man zuvor leiden.

16986]Spr 18,13 Wer antwortet ehe er hört, dem ist's Narrheit und Schande.

16987]Spr 18,14 Wer ein fröhlich Herz hat, der weiß sich in seinem Leiden zu halten; wenn aber der Mut liegt, wer kann's tragen?

16988]Spr 18,15 Ein verständiges Herz weiß sich vernünftig zu halten; und die Weisen hören gern, wie man vernünftig handelt.

16989]Spr 18,16 Das Geschenk des Menschen macht ihm Raum und bringt ihn vor die großen Herren.

16990]Spr 18,17 Ein jeglicher ist zuerst in seiner Sache gerecht; kommt aber sein Nächster hinzu, so findet sich's.

16991]Spr 18,18 Das Los stillt den Hader und scheidet zwischen den Mächtigen.

16992]Spr 18,19 Ein verletzter Bruder hält härter den eine feste Stadt, und Zank hält härter denn Riegel am Palast.

16993]Spr 18,20 Einem Mann wird vergolten, darnach sein Mund geredet hat, und er wird gesättigt von der Frucht seiner Lippen.

16994]Spr 18,21 Tod und Leben steht in der Zunge Gewalt; wer sie liebt, der wird von ihrer Frucht essen.


16995]Spr 18,22 Wer eine Ehefrau findet, der findet etwas Gutes und kann guter Dinge sein im HERRN.

16996]Spr 18,23 Ein Armer redet mit Flehen, ein Reicher antwortet stolz.


16997]Spr 18,24 Ein treuer Freund liebt mehr uns steht fester bei denn ein Bruder.

16998]Spr 19,1 Ein Armer, der in seiner Frömmigkeit wandelt, ist besser denn ein Verkehrter mit seinen Lippen, der doch ein Narr ist.

16999]Spr 19,2 Wo man nicht mit Vernunft handelt, da geht's nicht wohl zu; und wer schnell ist mit Füßen, der tut sich Schaden.

17000]Spr 19,3 Die Torheit eines Menschen verleitet seinen Weg, und doch tobt sein Herz wider den HERRN.


17001]Spr 19,4 Gut macht viele Freunde; aber der Arme wird von seinen Freunden verlassen.

17002]Spr 19,5 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer Lügen frech redet, wird nicht entrinnen.

17003]Spr 19,6 Viele schmeicheln der Person des Fürsten; und alle sind Freunde des, der Geschenke gibt.

17004]Spr 19,7 Den Armen hassen alle seine Brüder; wie viel mehr halten sich seine Freunde von ihm fern! Und wer sich auf Worte verläßt, dem wird nichts.

17005]Spr 19,8 Wer klug wird, liebt sein Leben; und der Verständige findet Gutes.

17006]Spr 19,9 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird umkommen.

17007]Spr 19,10 Dem Narren steht nicht wohl an, gute Tage haben, viel weniger einem Knecht, zu herrschen über Fürsten.

17008]Spr 19,11 Wer geduldig ist, der ist ein kluger Mensch, und ist ihm eine Ehre, daß er Untugend überhören kann.

17009]Spr 19,12 Die Ungnade des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen; aber seine Gnade ist wie der Tau auf dem Grase.

17010]Spr 19,13 Ein törichter Sohn ist seines Vaters Herzeleid, und ein zänkisches Weib ein stetiges Triefen.

17011]Spr 19,14 Haus und Güter vererben die Eltern; aber ein vernünftiges Weib kommt vom HERRN.

17012]Spr 19,15 Faulheit bringt Schlafen, und eine lässige Seele wird Hunger leiden.

17013]Spr 19,16 Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben; wer aber seines Weges nicht achtet, wird sterben.


17014]Spr 19,17 Wer sich des Armen erbarmt, der leihet dem HERRN; der wird ihm wieder Gutes vergelten.

17015]Spr 19,18 Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist; aber laß deine Seele nicht bewegt werden, ihn zu töten.

17016]Spr 19,19 Großer Grimm muß Schaden leiden; denn willst du ihm steuern, so wird er noch größer.

17017]Spr 19,20 Gehorche dem Rat, und nimm Zucht an, daß du hernach weise seiest.

17018]Spr 19,21 Es sind viel Anschläge in eines Mannes Herzen; aber der Rat des HERRN besteht.

17019]Spr 19,22 Ein Mensch hat Lust an seiner Wohltat; und ein Armer ist besser denn ein Lügner.

17020]Spr 19,23 Die Furcht des HERRN fördert zum Leben, und wird satt bleiben, daß kein Übel sie heimsuchen wird.

17021]Spr 19,24 Der Faule verbirgt seine Hand im Topf und bringt sie nicht wieder zum Munde.


17022]Spr 19,25 Schlägt man den Spötter, so wird der Unverständige klug; straft man einen Verständigen, so wird er vernünftig.

17023]Spr 19,26 Wer Vater verstört und Mutter verjagt, der ist ein schändliches und verfluchtes Kind.

17024]Spr 19,27 Laß ab, mein Sohn, zu hören die Zucht, und doch abzuirren von vernünftiger Lehre.

17025]Spr 19,28 Ein loser Zeuge spottet des Rechts, und der Gottlosen Mund verschlingt das Unrecht.


17026]Spr 19,29 Den Spöttern sind Strafen bereitet, und Schläge auf der Narren Rücken.

17027]Spr 20,1 Der Wein macht lose Leute, und starkes Getränk macht wild; wer dazu Lust hat, wird nimmer weise.

17028]Spr 20,2 Das Schrecken des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen; wer ihn erzürnt, der sündigt wider sein Leben.

17029]Spr 20,3 Es ist dem Mann eine Ehre, vom Hader bleiben; aber die gern Hadern, sind allzumal Narren.


17030]Spr 20,4 Um der Kälte willen will der Faule nicht pflügen; so muß er in der Ernte betteln und nichts kriegen.

17031]Spr 20,5 Der Rat im Herzen eines Mannes ist wie tiefe Wasser; aber ein Verständiger kann's merken, was er meint.

17032]Spr 20,6 Viele Menschen werden fromm gerühmt; aber wer will finden einen, der rechtschaffen fromm sei?

17033]Spr 20,7 Ein Gerechter, der in seiner Frömmigkeit wandelt, des Kindern wird's wohl gehen nach ihm.

17034]Spr 20,8 Ein König, der auf seinem Stuhl sitzt, zu richten, zerstreut alles Arge mit seinen Augen.

17035]Spr 20,9 Wer kann sagen Ich bin rein in meinem Herzen und lauter von meiner Sünde?

17036]Spr 20,10 Mancherlei Gewicht und Maß ist beides Greuel dem HERRN.

17037]Spr 20,11 Auch einen Knaben kennt man an seinem Wesen, ob er fromm und redlich werden will.


17038]Spr 20,12 Ein hörend Ohr und sehend Auge, die macht beide der HERR.

17039]Spr 20,13 Liebe den Schlaf nicht, daß du nicht arm werdest; laß deine Augen wacker sein, so wirst du Brot genug haben.

17040]Spr 20,14 "Böse, böse!" spricht man, wenn man's hat; aber wenn's weg ist, so rühmt man es dann.

17041]Spr 20,15 Es gibt Gold und viele Perlen; aber ein vernünftiger Mund ist ein edles Kleinod.

17042]Spr 20,16 Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wird, und pfände ihn um des Fremden willen.

17043]Spr 20,17 Das gestohlene Brot schmeckt dem Manne wohl; aber hernach wird ihm der Mund voll Kieselsteine werden.


17044]Spr 20,18 Anschläge bestehen, wenn man sie mit Rat führt; und Krieg soll man mit Vernunft führen.

17045]Spr 20,19 Sei unverworren mit dem, der Heimlichkeit offenbart, und mit dem Verleumder und mit dem falschen Maul.


17046]Spr 20,20 Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, des Leuchte wird verlöschen mitten in der Finsternis.

17047]Spr 20,21 Das Erbe, darnach man zuerst sehr eilt wird zuletzt nicht gesegnet sein.


17048]Spr 20,22 Sprich nicht Ich will Böses vergelten! Harre des HERRN, der wird dir helfen.

17049]Spr 20,23 Mancherlei Gewicht ist ein Greuel dem HERRN, und eine falsche Waage ist nicht gut.


17050]Spr 20,24 Jedermanns Gänge kommen vom HERRN. Welcher Mensch versteht seinen Weg?

17051]Spr 20,25 Es ist dem Menschen ein Strick, sich mit Heiligem übereilen und erst nach den Geloben überlegen.

17052]Spr 20,26 Ein weiser König zerstreut die Gottlosen und bringt das Rad über sie.

17053]Spr 20,27 Eine Leuchte des HERRN ist des Menschen Geist; die geht durch alle Kammern des Leibes.


17054]Spr 20,28 Fromm und wahrhaftig sein behütet den König, und sein Thron besteht durch Frömmigkeit.

17055]Spr 20,29 Der Jünglinge Stärke ist ihr Preis; und graues Haar ist der Alten Schmuck.

17056]Spr 20,30 Man muß dem Bösen wehren mit harter Strafe und mit ernsten Schlägen, die man fühlt.

17057]Spr 21,1 Des Königs Herz ist in der Hand des HERRN wie Wasserbäche, und er neigt es wohin er will.

17058]Spr 21,2 Einen jeglichen dünkt sein Weg recht; aber der HERR wägt die Herzen.

17059]Spr 21,3 Wohl und recht tun ist dem HERRN lieber denn Opfer.


17060]Spr 21,4 Hoffärtige Augen und stolzer Mut, die Leuchte der Gottlosen, ist Sünde.

17061]Spr 21,5 Die Anschläge eines Emsigen bringen Überfluß; wer aber allzu rasch ist, dem wird's mangeln.

17062]Spr 21,6 Wer Schätze sammelt mit Lügen, der wird fehlgehen und ist unter denen, die den Tod suchen.

17063]Spr 21,7 Der Gottlosen Rauben wird sie erschrecken; denn sie wollten nicht tun, was recht war.


17064]Spr 21,8 Wer mit Schuld beladen ist, geht krumme Wege; wer aber rein ist, des Werk ist recht.

17065]Spr 21,9 Es ist besser wohnen im Winkel auf dem Dach, denn bei einem zänkischen Weibe in einem Haus beisammen.

17066]Spr 21,10 Die Seele des Gottlosen wünscht Arges und gönnt seinem Nächsten nichts.

17067]Spr 21,11 Wenn der Spötter gestraft wird, so werden die Unvernünftigen Weise; und wenn man einen Weisen unterrichtet, so wird er vernünftig.

17068]Spr 21,12 Der Gerechte hält sich weislich gegen des Gottlosen Haus; aber die Gottlosen denken nur Schaden zu tun.

17069]Spr 21,13 Wer seine Ohren verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird auch rufen, und nicht erhört werden.

17070]Spr 21,14 Eine heimliche Gabe stillt den Zorn, und ein Geschenk im Schoß den heftigen Grimm.

17071]Spr 21,15 Es ist dem Gerechten eine Freude, zu tun, was recht ist, aber eine Furcht den Übeltätern.

17072]Spr 21,16 Ein Mensch, der vom Wege der Klugheit irrt, wird bleiben in der Toten Gemeinde.


17073]Spr 21,17 Wer gern in Freuden lebt, dem wird's mangeln; und wer Wein und Öl liebt, wird nicht reich.

17074]Spr 21,18 Der Gottlose muß für den Gerechten gegeben werden und der Verächter für die Frommen.

17075]Spr 21,19 Es ist besser, wohnen im wüsten Lande denn bei einem zänkischen und zornigen Weibe.

17076]Spr 21,20 Im Hause des Weisen ist ein lieblicher Schatz und Öl; aber ein Narr verschlemmt es.

17077]Spr 21,21 Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre.

17078]Spr 21,22 Ein Weiser gewinnt die Stadt der Starken und stürzt ihre Macht, darauf sie sich verläßt.

17079]Spr 21,23 Wer seinen Mund und seine Zunge bewahrt, der bewahrt seine Seele vor Angst.


17080]Spr 21,24 Der stolz und vermessen ist, heißt ein Spötter, der im Zorn Stolz beweist.

17081]Spr 21,25 Der Faule stirbt über seinem Wünschen; denn seine Hände wollen nichts tun.

17082]Spr 21,26 Er wünscht den ganzen Tag; aber der Gerechte gibt, und versagt nicht.

17083]Spr 21,27 Der Gottlosen Opfer ist ein Greuel; denn es wird in Sünden geopfert.

17084]Spr 21,28 Ein lügenhafter Zeuge wird umkommen; aber wer sich sagen läßt, den läßt man auch allezeit wiederum reden.

17085]Spr 21,29 Der Gottlose fährt mit dem Kopf hindurch; aber wer fromm ist, des Weg wird bestehen.

17086]Spr 21,30 Es hilft keine Weisheit, kein Verstand, kein Rat wider den HERRN.


17087]Spr 21,31 Rosse werden zum Streittage bereitet; aber der Sieg kommt vom HERRN.

17088]Spr 22,1 Ein guter Ruf ist köstlicher denn großer Reichtum, und Gunst besser denn Silber und Gold.

17089]Spr 22,2 Reiche und Arme müssen untereinander sein; der HERR hat sie alle gemacht.

17090]Spr 22,3 Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich; die Unverständigen gehen hindurch und werden beschädigt.

17091]Spr 22,4 Wo man leidet in des HERRN Furcht, da ist Reichtum, Ehre und Leben.


17092]Spr 22,5 Stachel und Stricke sind auf dem Wege des Verkehrten; wer sich aber davon fernhält, bewahrt sein Leben.

17093]Spr 22,6 Wie man einen Knaben gewöhnt, so läßt er nicht davon, wenn er alt wird.

17094]Spr 22,7 Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Leihers Knecht.

17095]Spr 22,8 Wer Unrecht sät, der wird Mühsal ernten und wird durch die Rute seiner Bosheit umkommen.

17096]Spr 22,9 Ein gütiges Auge wird gesegnet; denn er gibt von seinem Brot den Armen.

17097]Spr 22,10 Treibe den Spötter aus, so geht der Zank weg, so hört auf Hader und Schmähung.

17098]Spr 22,11 Wer ein treues Herz und liebliche Rede hat, des Freund ist der König.

17099]Spr 22,12 Die Augen des HERRN behüten guten Rat; aber die Worte des Verächters verkehrt er.

17100]Spr 22,13 Der Faule spricht Es ist ein Löwe draußen, ich möchte erwürgt werden auf der Gasse.

17101]Spr 22,14 Der Huren Mund ist eine Tiefe Grube; wem der HERR ungnädig ist, der fällt hinein.

17102]Spr 22,15 Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht wird sie fern von ihm treiben.


17103]Spr 22,16 Wer dem Armen Unrecht tut, daß seines Guts viel werde, der wird auch einem Reichen geben, und Mangel haben.

17104]Spr 22,17 Neige deine Ohren und höre die Worte der Weisen und nimm zu Herzen meine Lehre.

17105]Spr 22,18 Denn es wird dir sanft tun, wo du sie wirst im Sinne behalten und sie werden miteinander durch deinen Mund wohl geraten.


17106]Spr 22,19 Daß deine Hoffnung sei auf den HERRN, erinnere ich dich an solches heute dir zugut.

17107]Spr 22,20 Habe ich dir's nicht mannigfaltig vorgeschrieben mit Rat und Lehren,


17108]Spr 22,21 daß ich dir zeigte einen gewissen Grund der Wahrheit, daß du recht antworten könntest denen, die dich senden?

17109]Spr 22,22 Beraube den Armen nicht, ob er wohl arm ist, und unterdrücke den Elenden nicht im Tor.

17110]Spr 22,23 Denn der HERR wird ihre Sache führen und wird ihre Untertreter untertreten.

17111]Spr 22,24 Geselle dich nicht zum Zornigen und halte dich nicht zu einem grimmigen Mann;


17112]Spr 22,25 du möchtest seinen Weg lernen und an deiner Seele Schaden nehmen.

17113]Spr 22,26 Sei nicht bei denen, die ihre Hand verhaften und für Schuld Bürge werden;

17114]Spr 22,27 denn wo du es nicht hast, zu bezahlen, so wird man dir dein Bett unter dir wegnehmen.


17115]Spr 22,28 Verrücke nicht die vorigen Grenzen, die deine Väter gemacht haben.

17116]Spr 22,29 Siehst du einen Mann behend in seinem Geschäft, der wird vor den Königen stehen und wird nicht stehen vor den Unedlen.

17117]Spr 23,1 Wenn du sitzest und issest mit einem Herrn, so merke, wen du vor dir hast,


17118]Spr 23,2 und setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist.

17119]Spr 23,3 Wünsche dir nichts von seinen feinen Speisen; denn es ist falsches Brot.

17120]Spr 23,4 Bemühe dich nicht reich zu werden und laß ab von deinen Fündlein.

17121]Spr 23,5 Laß dein Augen nicht fliegen nach dem, was du nicht haben kannst; denn dasselbe macht sich Flügel wie ein Adler und fliegt gen Himmel.

17122]Spr 23,6 Iß nicht Brot bei einem Neidischen und wünsche dir von seinen feinen Speisen nichts.

17123]Spr 23,7 Denn wie ein Gespenst ist er inwendig; er spricht Iß und trink! und sein Herz ist doch nicht mit dir.

17124]Spr 23,8 Deine Bissen die du gegessen hattest, mußt du ausspeien, und mußt deine freundlichen Worte verloren haben.

17125]Spr 23,9 Rede nicht vor des Narren Ohren; denn er verachtet die Klugheit deiner Rede.


17126]Spr 23,10 Verrücke nicht die vorigen Grenzen und gehe nicht auf der Waisen Acker.

17127]Spr 23,11 Denn ihr Erlöser ist mächtig; der wird ihre Sache wider dich ausführen.

17128]Spr 23,12 Gib dein Herz zur Zucht und deine Ohren zu vernünftiger Rede.

17129]Spr 23,13 Laß nicht ab den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute haust, so wird man ihn nicht töten.

17130]Spr 23,14 Du haust ihn mit der Rute; aber du errettest seine Seele vom Tode.


17131]Spr 23,15 Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch mein Herz;

17132]Spr 23,16 und meine Nieren sind froh, wenn deine Lippen reden, was recht ist.


17133]Spr 23,17 Dein Herz folge nicht den Sündern, sondern sei täglich in der Furcht des HERRN.

17134]Spr 23,18 Denn es wird dir hernach gut sein, und dein Warten wird nicht trügen.

17135]Spr 23,19 Höre, mein Sohn, und sei weise und richte dein Herz in den Weg.

17136]Spr 23,20 Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern;

17137]Spr 23,21 denn die Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muß zerrissene Kleider tragen.

17138]Spr 23,22 Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.


17139]Spr 23,23 Kaufe Wahrheit, und verkaufe sie nicht, Weisheit, Zucht und Verstand.

17140]Spr 23,24 Der Vater eines Gerechten freut sich; und wer einen Weisen gezeugt hat, ist fröhlich darüber.

17141]Spr 23,25 Laß sich deinen Vater und deine Mutter freuen, und fröhlich sein, die dich geboren hat.

17142]Spr 23,26 Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und laß deinen Augen meine Wege wohl gefallen.

17143]Spr 23,27 Denn eine Hure ist eine tiefe Grube, und eine Ehebrecherin ist ein enger Brunnen.


17144]Spr 23,28 Auch lauert sie wie ein Räuber, und die Frechen unter den Menschen sammelt sie zu sich.

17145]Spr 23,29 Wo ist Weh? wo ist Leid? wo ist Zank? wo ist Klagen? wo sind Wunden ohne Ursache? wo sind trübe Augen?

17146]Spr 23,30 Wo man beim Wein liegt und kommt, auszusaufen, was eingeschenkt ist.


17147]Spr 23,31 Siehe den Wein nicht an, daß er so rot ist und im Glase so schön steht. Er geht glatt ein;

17148]Spr 23,32 aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter.

17149]Spr 23,33 So werden deine Augen nach andern Weibern sehen, und dein Herz wird verkehrte Dinge reden,


17150]Spr 23,34 und wirst sein wie einer, der mitten im Meer schläft, und wie einer schläft oben auf dem Mastbaum.

17151]Spr 23,35 "Sie schlagen mich, aber es tut mir nicht weh; sie klopfen mich, aber ich fühle es nicht. Wann will ich aufwachen, daß ich's mehr treibe?"

17152]Spr 24,1 Folge nicht bösen Leuten und wünsche nicht, bei ihnen zu sein;

17153]Spr 24,2 denn ihr Herz trachte nach Schaden, und ihre Lippen raten zu Unglück.

17154]Spr 24,3 Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten.


17155]Spr 24,4 Durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll aller köstlichen, lieblichen Reichtümer.

17156]Spr 24,5 Ein weiser Mann ist stark, und ein vernünftiger Mann ist mächtig von Kräften.

17157]Spr 24,6 Denn mit Rat muß man Krieg führen; und wo viele Ratgeber sind, da ist der Sieg.

17158]Spr 24,7 Weisheit ist dem Narren zu hoch; er darf seinen Mund im Tor nicht auftun.


17159]Spr 24,8 Wer sich vornimmt, Böses zu tun, den heißt man billig einen Erzbösewicht.

17160]Spr 24,9 Des Narren Tücke ist Sünde, und der Spötter ist ein Greuel vor den Leuten.

17161]Spr 24,10 Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist.


17162]Spr 24,11 Errette die, so man töten will; und entzieh dich nicht von denen, die man würgen will.

17163]Spr 24,12 Sprichst du "Siehe, wir verstehen's nicht!" meinst du nicht, der die Herzen wägt, merkt es, und der auf deine Seele achthat, kennt es und vergilt dem Menschen nach seinem Werk?

17164]Spr 24,13 Iß, mein Sohn, Honig, denn er ist gut, und Honigseim ist süß in deinem Halse.

17165]Spr 24,14 Also lerne die Weisheit für deine Seele. Wo du sie findest, so wird's hernach wohl gehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein.

17166]Spr 24,15 Laure nicht als Gottloser auf das Haus des Gerechten; verstöre seine Ruhe nicht.

17167]Spr 24,16 Denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf; aber die Gottlosen versinken im Unglück.

17168]Spr 24,17 Freue dich des Falles deines Feindes nicht, und dein Herz sei nicht froh über seinem Unglück;

17169]Spr 24,18 der HERR möchte es sehen, und es möchte ihm übel gefallen und er seine Zorn von ihm wenden.

17170]Spr 24,19 Erzürne dich nicht über die Bösen und eifere nicht über die Gottlosen.

17171]Spr 24,20 Denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte der Gottlosen wird verlöschen.

17172]Spr 24,21 Mein Kind, fürchte den HERRN und den König und menge dich nicht unter die Aufrührer.

17173]Spr 24,22 Denn ihr Verderben wird plötzlich entstehen; und wer weiß, wann beider Unglück kommt?

17174]Spr 24,23 Dies sind auch Worte von Weisen. Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut.


17175]Spr 24,24 Wer zum Gottlosen spricht "Du bist fromm", dem fluchen die Leute, und das Volk haßt ihn.

17176]Spr 24,25 Welche aber strafen, die gefallen wohl, und kommt ein reicher Segen auf sie.


17177]Spr 24,26 Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuß.

17178]Spr 24,27 Richte draußen dein Geschäft aus und bearbeite deinen Acker; darnach baue dein Haus.

17179]Spr 24,28 Sei nicht Zeuge ohne Ursache wider deinen Nächsten und betrüge nicht mit deinem Munde.

17180]Spr 24,29 Sprich nicht "Wie man mir tut, so will ich wieder tun und einem jeglichen sein Werk vergelten."


17181]Spr 24,30 Ich ging am Acker des Faulen vorüber und am Weinberg des Narren;

17182]Spr 24,31 und siehe, da waren eitel Nesseln darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen.


17183]Spr 24,32 Da ich das sah, nahm ich's zu Herzen und schaute und lernte daran.

17184]Spr 24,33 Du willst ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig deine Hände zusammentun, daß du ruhest:

17185]Spr 24,34 aber es wird dir deine Armut kommen wie ein Wanderer und dein Mangel wie ein gewappneter Mann.


17186]Spr 25,1 Dies sind auch Sprüche Salomos, die hinzugesetzt haben die Männer Hiskias, des Königs in Juda.

17187]Spr 25,2 Es ist Gottes Ehre, eine Sache verbergen; aber der Könige Ehre ist's, eine Sache zu erforschen.

17188]Spr 25,3 Der Himmel ist hoch und die Erde tief; aber der Könige Herz ist unerforschlich.

17189]Spr 25,4 Man tue den Schaum vom Silber, so wird ein reines Gefäß daraus.

17190]Spr 25,5 Man tue den Gottlosen hinweg vor dem König, so wird sein Thron mit Gerechtigkeit befestigt.

17191]Spr 25,6 Prange nicht vor dem König und tritt nicht an den Ort der Großen.

17192]Spr 25,7 Denn es ist dir besser, daß man zu dir sage Tritt hier herauf! als daß du vor dem Fürsten erniedrigt wirst, daß es deine Augen sehen müssen.

17193]Spr 25,8 Fahre nicht bald heraus, zu zanken; denn was willst du hernach machen, wenn dich dein Nächster beschämt hat?

17194]Spr 25,9 Führe deine Sache mit deinem Nächsten, und offenbare nicht eines andern Heimlichkeit,

17195]Spr 25,10 auf daß nicht übel von dir spreche, der es hört, und dein böses Gerücht nimmer ablasse.

17196]Spr 25,11 Ein Wort geredet zu seiner Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.

17197]Spr 25,12 Wer einem Weisen gehorcht, der ihn straft, das ist wie ein goldenes Stirnband und goldenes Halsband.


17198]Spr 25,13 Wie die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist ein treuer Bote dem, der ihn gesandt hat, und labt seines Herrn Seele.

17199]Spr 25,14 Wer viel verspricht und hält nicht, der ist wie Wolken und Wind ohne Regen.

17200]Spr 25,15 Durch Geduld wird ein Fürst versöhnt, und eine linde Zunge bricht die Härtigkeit.

17201]Spr 25,16 Findest du Honig, so iß davon, so viel dir genug ist, daß du nicht zu satt wirst und speiest ihn aus.

17202]Spr 25,17 Entzieh deinen Fuß vom Hause deines Nächsten; er möchte dein überdrüssig und dir gram werden.

17203]Spr 25,18 Wer wider seinen Nächsten falsch Zeugnis redet, der ist ein Spieß, Schwert und scharfer Pfeil.

17204]Spr 25,19 Die Hoffnung auf einen Treulosen zur Zeit der Not ist wie ein fauler Zahn und gleitender Fuß.

17205]Spr 25,20 Wer einem betrübten Herzen Lieder singt, das ist, wie wenn einer das Kleid ablegt am kalten Tage, und wie Essig auf der Kreide.

17206]Spr 25,21 Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot; dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser.

17207]Spr 25,22 Denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der HERR wird dir's vergelten.

17208]Spr 25,23 Der Nordwind bringt Ungewitter, und die heimliche Zunge macht saures Angesicht.


17209]Spr 25,24 Es ist besser, im Winkel auf dem Dach sitzen denn bei einem zänkischen Weibe in einem Haus beisammen.

17210]Spr 25,25 Eine gute Botschaft aus fernen Landen ist wie kalt Wasser einer durstigen Seele.


17211]Spr 25,26 Ein Gerechter, der vor einem Gottlosen fällt, ist wie ein getrübter Brunnen und eine verderbte Quelle.

17212]Spr 25,27 Wer zuviel Honig ißt, das ist nicht gut; und wer schwere Dinge erforscht, dem wird's zu schwer.

17213]Spr 25,28 Ein Mann, der seinen Geist nicht halten kann, ist wie eine offene Stadt ohne Mauern.


17214]Spr 26,1 Wie der Schnee im Sommer und Regen in der Ernte, also reimt sich dem Narren die Ehre nicht.

17215]Spr 26,2 Wie ein Vogel dahinfährt und eine Schwalbe fliegt, also ein unverdienter Fluch trifft nicht.

17216]Spr 26,3 Dem Roß eine Geißel und dem Esel einen Zaum und dem Narren eine Rute auf den Rücken!

17217]Spr 26,4 Antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit, daß du ihm nicht auch gleich werdest.

17218]Spr 26,5 Antworte aber dem Narren nach seiner Narrheit, daß er sich nicht weise lasse dünken.

17219]Spr 26,6 Wer eine Sache durch einen törichten Boten ausrichtet, der ist wie ein Lahmer an den Füßen und nimmt Schaden.

17220]Spr 26,7 Wie einem Krüppel das Tanzen, also steht den Narren an, von Weisheit zu reden.

17221]Spr 26,8 Wer einem Narren Ehre antut, das ist, als wenn einer einen edlen Stein auf den Rabenstein würfe.

17222]Spr 26,9 Ein Spruch in eines Narren Mund ist wie ein Dornzweig, der in eines Trunkenen Hand sticht.


17223]Spr 26,10 Ein guter Meister macht ein Ding recht; aber wer einen Stümper dingt, dem wird's verderbt.

17224]Spr 26,11 Wie ein Hund sein Gespeites wieder frißt, also ist der Narr, der seine Narrheit wieder treibt.

17225]Spr 26,12 Wenn du einen siehst, der sich weise dünkt, da ist an einem Narren mehr Hoffnung denn an ihm.

17226]Spr 26,13 Der Faule spricht Es ist ein junger Löwe auf dem Wege und ein Löwe auf den Gassen.

17227]Spr 26,14 Ein Fauler wendet sich im Bette wie die Tür in der Angel.

17228]Spr 26,15 Der Faule verbirgt seine Hand in dem Topf, und wird ihm sauer, daß er sie zum Munde bringe.

17229]Spr 26,16 Ein Fauler dünkt sich weiser denn sieben, die da Sitten lehren.

17230]Spr 26,17 Wer vorgeht und sich mengt in fremden Hader, der ist wie einer, der den Hund bei den Ohren zwackt.


17231]Spr 26,18 Wie ein Unsinniger mit Geschoß und Pfeilen schießt und tötet,

17232]Spr 26,19 also tut ein falscher Mensch mit seinem Nächsten und spricht danach Ich habe gescherzt.

17233]Spr 26,20 Wenn nimmer Holz da ist, so verlischt das Feuer; und wenn der Verleumder weg ist, so hört der Hader auf.

17234]Spr 26,21 Wie die Kohlen eine Glut und Holz ein Feuer, also facht ein zänkischer Mann Hader an.

17235]Spr 26,22 Die Worte des Verleumders sind wie Schläge, und sie gehen durchs Herz.

17236]Spr 26,23 Brünstige Lippen und ein böses Herz ist wie eine Scherbe, mit Silberschaum überzogen.

17237]Spr 26,24 Der Feind verstellt sich mit seiner Rede, und im Herzen ist er falsch.


17238]Spr 26,25 Wenn er seine Stimme holdselig macht, so glaube ihm nicht; denn es sind sieben Greuel in seinem Herzen.

17239]Spr 26,26 Wer den Haß heimlich hält, Schaden zu tun, des Bosheit wird vor der Gemeinde offenbar werden.

17240]Spr 26,27 Wer eine Grube macht, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.

17241]Spr 26,28 Eine falsche Zunge haßt den, der sie straft; und ein Heuchelmaul richtet Verderben an.

17242]Spr 27,1 Rühme dich nicht des morgenden Tages; denn du weißt nicht, was heute sich begeben mag.

17243]Spr 27,2 Laß dich einen andern loben, und nicht deinen Mund, einen Fremden, und nicht deine eigenen Lippen.

17244]Spr 27,3 Stein ist schwer und Sand ist Last; aber des Narren Zorn ist schwerer denn die beiden.


17245]Spr 27,4 Zorn ist ein wütig Ding, und Grimm ist ungestüm; aber wer kann vor dem Neid bestehen?

17246]Spr 27,5 Offene Strafe ist besser denn heimliche Liebe.


17247]Spr 27,6 Die Schläge des Liebhabers meinen's recht gut; aber die Küsse des Hassers sind gar zu reichlich.

17248]Spr 27,7 Eine satte Seele zertritt wohl Honigseim; aber einer hungrigen Seele ist alles Bittere süß.

17249]Spr 27,8 Wie ein Vogel, der aus seinem Nest weicht, also ist, wer von seiner Stätte weicht.

17250]Spr 27,9 Das Herz erfreut sich an Salbe und Räuchwerk; aber ein Freund ist lieblich um Rats willen der Seele.

17251]Spr 27,10 Deinen Freund und deines Vaters Freund verlaß nicht, und gehe nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir's übel geht; denn dein Nachbar in der Nähe ist besser als dein Bruder in der Ferne.

17252]Spr 27,11 Sei weise, mein Sohn, so freut sich mein Herz, so will ich antworten dem, der mich schmäht.

17253]Spr 27,12 Ein Kluger sieht das Unglück und verbirgt sich; aber die Unverständigen gehen hindurch und leiden Schaden.

17254]Spr 27,13 Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wird, und pfände ihn um der Fremden willen.

17255]Spr 27,14 Wenn einer seinen Nächsten des Morgens früh mit lauter Stimme segnet, das wird ihm für einen Fluch gerechnet.

17256]Spr 27,15 Ein zänkisches Weib und stetiges Triefen, wenn's sehr regnet, werden wohl miteinander verglichen.

17257]Spr 27,16 Wer sie aufhält, der hält den Wind und will das Öl mit der Hand fassen.

17258]Spr 27,17 Ein Messer wetzt das andere und ein Mann den andern.


17259]Spr 27,18 Wer seinen Feigenbaum bewahrt, der ißt Früchte davon; und wer seinen Herrn bewahrt, wird geehrt.

17260]Spr 27,19 Wie das Spiegelbild im Wasser ist gegenüber dem Angesicht, also ist eines Menschen Herz gegenüber dem andern.

17261]Spr 27,20 Hölle und Abgrund werden nimmer voll, und der Menschen Augen sind auch unersättlich.

17262]Spr 27,21 Ein Mann wird durch den Mund des, der ihn lobt, bewährt wie Silber im Tiegel und das Gold im Ofen.

17263]Spr 27,22 Wenn du den Narren im Mörser zerstießest mit dem Stämpel wie Grütze, so ließe doch seine Narrheit nicht von ihm.

17264]Spr 27,23 Auf deine Schafe habe acht und nimm dich deiner Herden an.


17265]Spr 27,24 Denn Gut währt nicht ewiglich, und die Krone währt nicht für und für.

17266]Spr 27,25 Das Heu ist weggeführt, und wiederum ist Gras da und wird Kraut auf den Bergen gesammelt.

17267]Spr 27,26 Die Lämmer kleiden dich und die Böcke geben dir das Geld, einen Acker zu kaufen.

17268]Spr 27,27 Du hast Ziegenmilch genug zu deiner Speise, zur Speise deines Hauses und zur Nahrung deiner Dirnen.


17269]Spr 28,1 Der Gottlose flieht, und niemand jagt ihn; der Gerechte aber ist getrost wie ein junger Löwe.

17270]Spr 28,2 Um des Landes Sünde willen werden viel Änderungen der Fürstentümer; aber um der Leute willen, die verständig und vernünftig sind, bleiben sie lange.

17271]Spr 28,3 Ein armer Mann, der die Geringen bedrückt, ist wie ein Meltau, der die Frucht verdirbt.

17272]Spr 28,4 Die das Gesetz verlassen, loben den Gottlosen; die es aber bewahren, sind unwillig auf sie.


17273]Spr 28,5 Böse Leute merken nicht aufs Recht; die aber nach dem HERRN fragen, merken auf alles.

17274]Spr 28,6 Es ist besser ein Armer, der in seiner Frömmigkeit geht, denn ein Reicher, der in verkehrten Wegen geht.

17275]Spr 28,7 Wer das Gesetz bewahrt, ist ein verständiges Kind; wer aber der Schlemmer Geselle ist, schändet seinen Vater.

17276]Spr 28,8 Wer sein Gut mehrt mit Wucher und Zins, der sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt.

17277]Spr 28,9 Wer sein Ohr abwendet, das Gesetz zu hören, des Gebet ist ein Greuel.

17278]Spr 28,10 Wer die Frommen verführt auf bösem Wege, der wird in seine Grube fallen; aber die Frommen werden Gutes ererben.

17279]Spr 28,11 Ein Reicher dünkt sich, weise zu sein; aber ein verständiger Armer durchschaut ihn.

17280]Spr 28,12 Wenn die Gerechten Oberhand haben, so geht's sehr fein zu; wenn aber Gottlose aufkommen, wendet sich's unter den Leuten.


17281]Spr 28,13 Wer seine Missetat leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen.

17282]Spr 28,14 Wohl dem, der sich allewege fürchtet; wer aber sein Herz verhärtet, wird in Unglück fallen.

17283]Spr 28,15 Ein Gottloser, der über ein armes Volk regiert, das ist ein brüllender Löwe und gieriger Bär.

17284]Spr 28,16 Wenn ein Fürst ohne Verstand ist, so geschieht viel Unrecht; wer aber den Geiz haßt, der wird lange leben.

17285]Spr 28,17 Ein Mensch, der am Blut einer Seele schuldig ist, der wird flüchtig sein bis zur Grube, und niemand halte ihn auf.

17286]Spr 28,18 Wer fromm einhergeht, dem wird geholfen; wer aber verkehrtes Weges ist, wird auf einmal fallen.


17287]Spr 28,19 Wer seinen Acker baut, wird Brot genug haben; wer aber dem Müßiggang nachgeht, wird Armut genug haben.

17288]Spr 28,20 Ein treuer Mann wird viel gesegnet; wer aber eilt, reich zu werden, wird nicht unschuldig bleiben.


17289]Spr 28,21 Person ansehen ist nicht gut; und mancher tut übel auch wohl um ein Stück Brot.

17290]Spr 28,22 Wer eilt zum Reichtum und ist neidisch, der weiß nicht, daß Mangel ihm begegnen wird.

17291]Spr 28,23 Wer einen Menschen straft, wird hernach Gunst finden, mehr denn der da heuchelt.


17292]Spr 28,24 Wer seinem Vater oder seiner Mutter etwas nimmt und spricht, es sei nicht Sünde, der ist des Verderbers Geselle.

17293]Spr 28,25 Ein Stolzer erweckt Zank; wer aber auf den HERRN sich verläßt, wird gelabt.

17294]Spr 28,26 Wer sich auf sein Herz verläßt, ist ein Narr; wer aber mit Weisheit geht, wird entrinnen.

17295]Spr 28,27 Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber seine Augen abwendet, der wird viel verflucht.


17296]Spr 28,28 Wenn die Gottlosen aufkommen, so verbergen sich die Leute; wenn sie aber umkommen, werden der Gerechten viel.

17297]Spr 29,1 Wer wider die Strafe halsstarrig ist, der wird plötzlich verderben ohne alle Hilfe.

17298]Spr 29,2 Wenn der Gerechten viel sind, freut sich das Volk; wenn aber der Gottlose herrscht, seufzt das Volk.


17299]Spr 29,3 Wer Weisheit liebt, erfreut seinen Vater; wer aber mit Huren umgeht, kommt um sein Gut.

17300]Spr 29,4 Ein König richtet das Land auf durchs Recht; ein geiziger aber verderbt es.

17301]Spr 29,5 Wer mit seinem Nächsten heuchelt, der breitet ein Netz aus für seine Tritte.

17302]Spr 29,6 Wenn ein Böser sündigt, verstrickt er sich selbst; aber ein Gerechter freut sich und hat Wonne.

17303]Spr 29,7 Der Gerechte erkennt die Sache der Armen; der Gottlose achtet keine Vernunft.


17304]Spr 29,8 Die Spötter bringen frech eine Stadt in Aufruhr; aber die Weisen stillen den Zorn.

17305]Spr 29,9 Wenn ein Weiser mit einem Narren zu rechten kommt, er zürne oder lache, so hat er nicht Ruhe.

17306]Spr 29,10 Die Blutgierigen hassen den Frommen; aber die Gerechten suchen sein Heil.


17307]Spr 29,11 Ein Narr schüttet seinen Geist ganz aus; aber ein Weiser hält an sich.

17308]Spr 29,12 Ein Herr, der zu Lügen Lust hat, des Diener sind alle gottlos.

17309]Spr 29,13 Arme und Reiche begegnen einander beider Augen erleuchtet der HERR.


17310]Spr 29,14 Ein König, der die Armen treulich richtet, des Thron wird ewig bestehen.

17311]Spr 29,15 Rute und Strafe gibt Weisheit; aber ein Knabe, sich selbst überlassen, macht seiner Mutter Schande.

17312]Spr 29,16 Wo viele Gottlose sind, da sind viel Sünden; aber die Gerechten werden ihren Fall erleben.

17313]Spr 29,17 Züchtige deinen Sohn, so wird er dich ergötzen und wird deiner Seele sanft tun.

17314]Spr 29,18 Wo keine Weissagung ist, wird das Volk wild und wüst; wohl aber dem, der das Gesetz handhabt!

17315]Spr 29,19 Ein Knecht läßt sich mit Worten nicht züchtigen; denn ob er sie gleich versteht, nimmt er sich's doch nicht an.

17316]Spr 29,20 Siehst du einen, der schnell ist zu reden, da ist am Narren mehr Hoffnung denn an ihm.


17317]Spr 29,21 Wenn ein Knecht von Jugend auf zärtlich gehalten wird, so will er darnach ein Junker sein.

17318]Spr 29,22 Ein zorniger Mann richtet Hader an, und ein Grimmiger tut viel Sünde.

17319]Spr 29,23 Die Hoffart des Menschen wird ihn stürzen; aber der Demütige wird Ehre empfangen.

17320]Spr 29,24 Wer mit Dieben teilhat, den Fluch aussprechen hört, und sagt's nicht an, der haßt sein Leben.

17321]Spr 29,25 Vor Menschen sich scheuen bringt zu Fall; wer sich aber auf den HERRN verläßt, wird beschützt.

17322]Spr 29,26 Viele suchen das Angesicht eines Fürsten; aber eines jeglichen Gericht kommt vom HERRN.

17323]Spr 29,27 Ein ungerechter Mann ist dem Gerechten ein Greuel; und wer rechtes Weges ist, der ist des Gottlosen Greuel.


17324]Spr 30,1 Dies sind die Worte Agurs, des Sohnes Jakes. Lehre und Rede des Mannes Ich habe mich gemüht, o Gott; ich habe mich gemüht, o Gott, und ablassen müssen.

17325]Spr 30,2 Denn ich bin der allernärrischste, und Menschenverstand ist nicht bei mir;

17326]Spr 30,3 ich habe Weisheit nicht gelernt, daß ich den Heiligen erkennete.

17327]Spr 30,4 Wer fährt hinauf gen Himmel und herab? Wer faßt den Wind in seine Hände? Wer bindet die Wasser in ein Kleid? Wer hat alle Enden der Welt gestellt? Wie heißt er? Und wie heißt sein Sohn? Weißt du das?

17328]Spr 30,5 Alle Worte Gottes sind durchläutert; er ist ein Schild denen, die auf ihn trauen.

17329]Spr 30,6 Tue nichts zu seinen Worten, daß er dich nicht strafe und werdest lügenhaft erfunden.

17330]Spr 30,7 Zweierlei bitte ich von dir; das wollest du mir nicht weigern, ehe ich denn sterbe:


17331]Spr 30,8 Abgötterei und Lüge laß ferne von mir sein; Armut und Reichtum gib mir nicht, laß mich aber mein bescheiden Teil Speise dahinnehmen.

17332]Spr 30,9 Ich möchte sonst, wo ich zu satt würde, verleugnen und sagen Wer ist der HERR? Oder wo ich zu arm würde, möchte ich stehlen und mich an dem Namen meines Gottes vergreifen.

17333]Spr 30,10 Verleumde den Knecht nicht bei seinem Herrn, daß er dir nicht fluche und du die Schuld tragen müssest.

17334]Spr 30,11 Es ist eine Art, die ihrem Vater flucht und ihre Mutter nicht segnet;


17335]Spr 30,12 eine Art, die sich rein dünkt, und ist doch von ihrem Kot nicht gewaschen;

17336]Spr 30,13 eine Art, die ihre Augen hoch trägt und ihre Augenlider emporhält;

17337]Spr 30,14 eine Art, die Schwerter für Zähne hat und Messer für Backenzähne und verzehrt die Elenden im Lande und die Armen unter den Leuten.

17338]Spr 30,15 Blutegel hat zwei Töchter Bring her, bring her! Drei Dinge sind nicht zu sättigen, und das vierte spricht nicht Es ist genug:

17339]Spr 30,16 die Hölle, der Frauen verschlossenen Mutter, die Erde wird nicht des Wassers satt, und das Feuer spricht nicht Es ist genug.

17340]Spr 30,17 Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet der Mutter zu gehorchen, das müssen die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen.

17341]Spr 30,18 Drei sind mir zu wunderbar, und das vierte verstehe ich nicht:


17342]Spr 30,19 des Adlers Weg am Himmel, der Schlange Weg auf einem Felsen, des Schiffes Weg mitten im Meer und eines Mannes Weg an einer Jungfrau.

17343]Spr 30,20 Also ist auch der Weg der Ehebrecherin; die verschlingt und wischt ihr Maul und spricht Ich habe kein Böses getan.

17344]Spr 30,21 Ein Land wird durch dreierlei unruhig, und das vierte kann es nicht ertragen:


17345]Spr 30,22 ein Knecht, wenn er König wird; ein Narr, wenn er zu satt ist;

17346]Spr 30,23 eine Verschmähte, wenn sie geehelicht wird; und eine Magd, wenn sie ihrer Frau Erbin wird.

17347]Spr 30,24 Vier sind klein auf Erden und klüger denn die Weisen:

17348]Spr 30,25 die Ameisen, ein schwaches Volk; dennoch schaffen sie im Sommer ihre Speise,


17349]Spr 30,26 Kaninchen, ein schwaches Volk; dennoch legt es sein Haus in den Felsen,

17350]Spr 30,27 Heuschrecken, haben keinen König; dennoch ziehen sie aus ganz in Haufen,

17351]Spr 30,28 die Spinne, wirkt mit ihren Händen und ist in der Könige Schlössern.

17352]Spr 30,29 Dreierlei haben einen feinen Gang, und das vierte geht wohl:


17353]Spr 30,30 der Löwe, mächtig unter den Tieren und kehrt nicht um vor jemand;

17354]Spr 30,31 ein Windhund von guten Lenden, und ein Widder, und ein König, wider den sich niemand legen darf.

17355]Spr 30,32 Bist du ein Narr gewesen und zu hoch gefahren und hast Böses vorgehabt, so lege die Hand aufs Maul.

17356]Spr 30,33 Wenn man Milch stößt, so macht man Butter daraus; und wer die Nase hart schneuzt, zwingt Blut heraus; und wer den Zorn reizt, zwingt Hader heraus.

17357]Spr 31,1 Dies sind die Worte des Königs Lamuel, die Lehre, die ihn seine Mutter lehrte.

17358]Spr 31,2 Ach mein Auserwählter, ach du Sohn meines Leibes, ach mein gewünschter Sohn,

17359]Spr 31,3 laß nicht den Weibern deine Kraft und gehe die Wege nicht, darin sich die Könige verderben!

17360]Spr 31,4 O, nicht den Königen, Lamuel, nicht den Königen ziemt es, Wein zu trinken, noch den Fürsten starkes Getränk!

17361]Spr 31,5 Sie möchten trinken und der Rechte vergessen und verändern die Sache aller elenden Leute.

17362]Spr 31,6 Gebt starkes Getränk denen, die am Umkommen sind, und den Wein den betrübten Seelen,

17363]Spr 31,7 daß sie trinken und ihres Elends vergessen und ihres Unglücks nicht mehr gedenken.

17364]Spr 31,8 Tue deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.

17365]Spr 31,9 Tue deinen Mund auf und richte recht und räche den Elenden und Armen.

17366]Spr 31,10 Wem ein tugendsam Weib beschert ist, die ist viel edler denn die köstlichsten Perlen.

17367]Spr 31,11 Ihres Mannes Herz darf sich auf sie verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln.


17368]Spr 31,12 Sie tut ihm Liebes und kein Leides ihr Leben lang.

17369]Spr 31,13 Sie geht mit Wolle und Flachs um und arbeitet gern mit ihren Händen.

17370]Spr 31,14 Sie ist wie ein Kaufmannsschiff, das seine Nahrung von ferne bringt.


17371]Spr 31,15 Sie steht vor Tages auf und gibt Speise ihrem Hause und Essen ihren Dirnen.

17372]Spr 31,16 Sie denkt nach einem Acker und kauft ihn und pflanzt einen Weinberg von den Früchten ihrer Hände.

17373]Spr 31,17 Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und stärkt ihre Arme.

17374]Spr 31,18 Sie merkt, wie ihr Handel Frommen bringt; ihre Leuchte verlischt des Nachts nicht.


17375]Spr 31,19 Sie streckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger fassen die Spindel.

17376]Spr 31,20 Sie breitet ihre Hände aus zu dem Armen und reicht ihre Hand dem Dürftigen.

17377]Spr 31,21 Sie fürchtet für ihr Haus nicht den Schnee; denn ihr ganzes Haus hat zwiefache Kleider.

17378]Spr 31,22 Sie macht sich selbst Decken; feine Leinwand und Purpur ist ihr Kleid.


17379]Spr 31,23 Ihr Mann ist bekannt in den Toren, wenn er sitzt bei den Ältesten des Landes.

17380]Spr 31,24 Sie macht einen Rock und verkauft ihn; einen Gürtel gibt sie dem Krämer.

17381]Spr 31,25 Kraft und Schöne sind ihr Gewand, und sie lacht des kommenden Tages.

17382]Spr 31,26 Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge ist holdselige Lehre.


17383]Spr 31,27 Sie schaut, wie es in ihrem Hause zugeht, und ißt ihr Brot nicht mit Faulheit.

17384]Spr 31,28 Ihre Söhne stehen auf und preisen sie selig; ihr Mann lobt sie:

17385]Spr 31,29 "Viele Töchter halten sich tugendsam; du aber übertriffst sie alle."

17386]Spr 31,30 Lieblich und schön sein ist nichts; ein Weib, das den HERRN fürchtet, soll man loben.

17387]Spr 31,31 Sie wird gerühmt werden von den Früchten ihrer Hände, und ihre Werke werden sie loben in den Toren.